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Aus Spenden den Lohn erhalten

Legden Von der guten Sache, für die sie sich bei ihrer Arbeit einsetzten, voll überzeugt, waren auch im gestrigen vierten Fortsetzungstermin des Prozesses gegen einen 49-Jährigen aus Legden die angehörten Zeugen (Münsterland Zeitung berichtete über die Prozesse).

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Sie engagierten sich mit Begeisterung für das so genannte Projekt "Krankenhaus Europa 2000" als Sammlerinnen und Sammler oder als Büroangestellte von 2003 bis 2005 in der Firma des Angeklagten, der sich wegen Betruges in 4476 Fällen vor dem erweiterten Schöffengericht in Ahaus verantworten musste.

Der 49-Jährige äußerte sich auch an diesem Verhandlungstag nicht zu den ihm zur Last gelegten Vorwürfen. Misstrauen und auch Zweifel kamen vor allem bei den Sammlern auf, als sie von den Spendengeldern, die sie vor Bau- oder Lebensmittelmärkten im gesamten Münsterland bis hin zum Ruhrgebiet gesammelt hatten, bezahlt wurden. Die Hälfte der gespendeten Gelder erhielten sie als Entlohnung.

Das Spendenergebnis war von Tag zu Tag unterschiedlich und belief sich von 50 bis 300 Euro. Zahltag war täglich abends nach Abschluss der Sammelaktionen im Legdener Büro. Hier wurden auch die in Geschäften, Restaurants oder Friseursalons aufgestellten und von Mitarbeitern abgeholten Sammelbüchsen abgegeben und vom Angeklagten oder seinen Familienangehörigen geleert. Vor der Einstellung erhielten die Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag mit einer Verschwiegenheitserklärung, der unterschrieben werden musste.

Auch ein Sammelausweis wurde ihnen übergeben. Über den Verbleib der Spenden erhielten die Angestellten bei Nachfragen vom Angeklagten keine Auskünfte.

600 000 Euro Spenden

600 000 Euro sollen als Spendengelder von 2003 bis 2005 zusammen gekommen sein für ein angeblich geplantes, rein aus Privatmitteln finanziertes Kinderkrankenhaus in Mecklenburg Vorpommern. Kinder, gleich welcher Herkunft, sollten in diesem Krankenhaus kostenlos und unabhängig von den Krankenkassen behandelt werden. Der Prozess wird mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. ek

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