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Feuerwehr als Multidienstleister

Löschzug in Legden besteht 125 Jahre

Retten, Löschen, Bergen, Schützen – mit vier Begriffen lässt sich die Arbeit des Löschzugs Legden zusammenfassen. Jetzt kommt ein fünfter dazu: Feiern.

Legden

von Ronny von Wangenheim

, 07.06.2018
Feuerwehr als Multidienstleister

Der Löschzug Legden übt an einem alten Auto, wie Menschen bei einem Unfall aus dem Fahrzeug befreit werden können. Stück für Stück wird dazu die Karosserie auseinandergeschnitten. © Ronny von Wangenheim

Am Wochenende wird das 125-jährige Bestehen des Löschzugs und des Musikzugs ausgiebig gefeiert. Ob bei der Jubiläumsparty oder dem Festumzug – einige Feuerwehrleute werden auf jeden Fall nüchtern bleiben. Denn auch an diesem Tag sind sie einsatzbereit wie an allen anderen Tagen im Jahr.

Dafür wird regelmäßig alle 14 Tage am Montagabend geübt. Neben der Feuerwache steht diesmal ein Auto, das seine besten und sogar seine schlechteren Jahre hinter sich gelassen hat. Um es herum stehen die Feuerwehrleute, sehen sich das Dach, die Holme, den Kofferraum an. Bald wird nur noch wenig davon zu sehen sein. „Wir üben hier verschiedene Schneidetechniken“, sagt Christoph Blanke, stellvertretender Feuerwehrchef. Ein wenig abseits beobachtet der Autobesitzer, wie sein altes Schätzchen Stück für Stück auseinandergeschnitten wird.

Weniger Brände, mehr technische Hilfeleistungen

Stefan Hüntemann hat solange Zeit, über die 125-jährige Geschichte des Löschzugs Legden zu sprechen. Er ist seit 23 Jahren bei der Feuerwehr, seit zehn Jahren Löschzugführer. Feuer, so sagt er, ist heute die Ausnahme. Der letzte große Einsatz war 2017, als die Imbissbude im Industriegebiet abbrannte. „Wir sind heute Multidienstleister. An einem Tag löschen wir Feuer, am nächsten schneiden wir einen Pkw auseinander und dann müssen wir einen Keller auspumpen oder einen umgestürzten Baum durchsägen. Man weiß nie, was kommt,“ sagt der Löschzugführer.

Feuerwehr als Multidienstleister

Die Handdruckspritze hat heute ausgedient. © Feuerwehr Legden

Feuerwehr als Multidienstleister

Der Brand bei Möbel Rossmöller war einer der größten Einsätze in der 125-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Legden. © Feuerwehr Legden

Mehr werden über die Jahre die Einsätze wegen Unwetter. „Starkregen, Hochwasser, Sturm, – irgendwas ist doch in jedem Jahr“, so Hüntemann. Die meisten Einsätze laufen heute unter dem Stichwort „Technische Hilfeleistung“. Unfälle, Ölspur-Beseitigung oder eben Unwetter-Einsätze gehören dazu. Dass sie wegen defekter Rauchmelder gerufen wurden, so Hüntemann, sei zum Glück noch nicht passiert. Insgesamt sind die technischen Herausforderungen größer geworden.

Seit sechs Jahren ist die Legdener Feuerwehr auch bei der Kreisbereitschaft aktiv und stellt im Nordbereich das Führungsfahrzeug und koordiniert vor Ort die anderen Fahrzeuge.

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Auch Schulungen, Lehrgänge, Sonderübungen gehören zum Alltag der Feuerwehrleute. Für Stefan Hüntemann kommen noch Treffen für Führungskräfte dazu. „Eine Woche ohne Feuerwehr ist für mich nicht drin“, sagt der 39-Jährige. Und findet das gut so: „Man muss Spaß daran haben, sich für Leute zu engagieren und zu unchristlichen Zeiten auszurücken.“

Fuhrpark auf gutem Stand

Bei ihm geht die Begeisterung sogar noch weiter. Im Außendienst einer Firma für Feuerwehrbedarf hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.

Deshalb kann er gut die Ausstattung der Legdener Wehr beurteilen. Ende 2016 gab es das neue Löschfahrzeug 20 KatS. „Der Fuhrpark ist auf einem sehr guten Stand“, sagt Hüntemann. Und seit die Feuerwehr 2011 aus beengten Verhältnissen in das neue Feuerwehrgerätehaus am St.-Florians-Weg umziehen konnte, sind auch hier keine Wünsche mehr offen. „Das war ganz, ganz eng“, erinnert sich der Löschzugführer an den alten Standort neben dem Rathaus. „Zum Einparken brauchte man mehrere Leute.“

„Man kann nur so gut sein wie die Ausrüstung“, sagt Stefan Hüntemann. Das neue Gerätehaus ist autark, bleibt also auch einsatzfähig, wenn der Strom wie beim Schneechaos 2005 ausfällt. Und es ist genug Platz, dass hier auch Legdener Bürger im Katastrophenfall eine Anlaufstelle haben. Gibt es Wünsche zum Jubiläum? Stefan Hüntemann überlegt kurz: „Mein Wunsch ist, dass wir immer Nachwuchs haben. Ohne Leute können wir die Aufgaben nicht sicherstellen.

Im Löschzug Legden sind 64 Mitglieder im aktiven Dienst. Dazu kommen sechs Gastmitglieder aus Asbeck, Holtwick und Stadtlohn, die in Legden arbeiten und deshalb als „Tagesausrücker“ eingesetzt werden. Insgesamt sind vier Frauen dabei. Wer über 67 Jahre alt ist, geht in die Ehrenabteilung. Rund 20 sind es zurzeit. Im Jahr gibt es im Durchschnitt 60 bis 65 Einsätze. Samstag, 9. Juni, starten die Feierlichkeiten um 19 Uhr mit dem Kommersabend im Festzelt, Vikar-Entrup-Straße. Um 21 Uhr beginnt bei freiem Eintritt die Jubiläumsparty mit der Big-Band „Live-Style“ für alle Bürger. Sonntag, 10. Juni, startet um 14 Uhr der Sternmarsch bei Venceremos, Hauptstraße, Getränke Grünewald, Osterwicker Straße, und DRK-Kindergarten, Roggenkamp. Am Festplatz an der Waldkrone werden 16 Musikkapellen und Spielmannszüge gemeinsam spielen, bevor dann der Festumzug mit 1500 Gästen zum Festzelt startet, wo die Grenzländer Musikanten aufspielen. Sonntag, 16.30 Uhr, gibt es am Festplatz die Preisverleihung für den Malwettbewerb für Kinder.