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Günstige Mini-Mäuse hoch im Kurs

Legden "Zwei Euro nur?" Die ohnehin schon großen Augen des Jungen werden noch größer. "Wahnsinn!" Schon will er nach dem Portemonnaie greifen, das um seinen Hals baumelt, als seine Mutter ihn zur Seite zieht. "Kommt nicht in Frage!" Rot-weiße Mini-Mäuse kommen ihr auf keinen Fall ins Haus.

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An einem Tag im Jahr, nämlich am letzten Montag im August, führen Eltern und Kinder mehr Erziehungsgespräche über das Für und vor allem das Wider von Tierhaltung als an jedem anderen. Denn dann ist Düstermühlenmarkt - ein Eldorado für Kleintierhalter.

Und für Kleintierhändler. Bernhard Schnitzmeier verpackt Hühner im Akkord. "Sechs", ruft ein Mann aus Vreden, "acht" fordert sein Nachbar. Schnitzmeier greift sich Karton für Karton und setzt die gewünschte Anzahl Eierleger hinein. "Wieviel brauchen Sie?" Die Frage trifft die Frau unvorbereitet. Sie habe nur zuschauen wollen, erklärt sie. Selbst in die Tierhaltung einsteigen? "Lieber nicht!"

"Das hat schon so mancher gesagt, und hinterher kam es anders", lachen Heinrich Wüpping und seine Freunde vom Schützenverein Gaxel. Seit Jahrzehnten fahren die Männer am Markttag nach Legden - "früher haben wir dann auch schon mal eine Ziege oder eine Pony gekauft." Für den eigenen Garten? Die Runde schüttelt amüsiert den Kopf. "Für den Garten des einen oder anderen Bekannten." Ob der sich gefreut hat?

Bestimmt nicht so wie die blonde Maaike. Die junge Holländerin drückt den kleinen Hundewelpen an sich. "Mein Vater kriegt zu viel", prophezeit sie. Und der Blick ihrer Mutter scheint das noch zu bestätigen. Schließlich hätten sie bereits zwei Hunde. Aber an diesem hätte unmöglich weitergehen können, ohne zu kaufen.

So wie es jetzt der kleine Junge am Mäusestand muss - am Arm gezogen von seiner Mutter. In sechs bis acht Wochen seien die winzigen Farbmäuse geschlechtsreif, erklärt der Anbieter, ein Hobbyzüchter aus Borken. "Da muss man schon aufpassen." Manch einer finge mit zwei Tieren an, und habe nach einen Jahr gleich mehrere hundert.

Am Pferdestand hundert Meter weiter zeigt sich eher die umgekehrte Entwicklung: Die Zahl der zum Verkauf angebotenen Tiere nimmt Jahr für Jahr ab, wenn auch nicht so rasant. Nur die Begeisterung der Besucher für den Düstermühlenmarkt - die bleibt ungebrochen. sy-

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