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Stromleitung berührt Legden

Höchstspannung soll unter die Erde kommen

Legden Die Firma Amprion testet in Legden ein Pilotprojekt. Wie stehen die Bürger dazu?

Höchstspannung soll unter die Erde kommen

Mitarbeiter von Amprion erklärten ihren Gästen die Trassenführung rund um Legden. Foto: Anna-Lena Haget

Das Projekt ist ambitioniert: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion aus Dortmund baut nicht nur am Projekt A-Nord, sondern lässt auch ein Stück der 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung von Wesel nach Meppen über Legden laufen – teils unterirdisch.

Beim Infomarkt in der Asbecker Gaststätte Enseling zeigten rund 60 Gäste sich am Donnerstagabend interessiert an dem Mammutprojekt, das sich künftig durch ihre Heimat fräsen wird. Schon am Nachmittag hatten Mitarbeiter am Amprion-Infomobil Fragen zum Thema Erdverkabelung beantwortet. Die Bedenken wegzuwischen, war nicht leicht. Zu viele Gerüchte gibt es, die in der Gemeinde die Runde machen.

„Ist es richtig, dass da an beiden Enden Riesengebäude stehen werden?“ fragte ein besorgter Gast. Projektsprecher Jonas Knoop beruhigte ihn. Die Transformatoren hätten etwa die Größe einer Umspannanlage, erklärte er.

Magnetfelder

Auch mit gesundheitlichen Bedenken trugen sich einige Gäste. „Wie sieht das aus mit dem elektrischen Feld?“, wollte ein Legdener wissen. „Das haben wir gar nicht. Aber ein magnetisches Feld haben wir natürlich auch. Wenn Sie da drüber stehen, haben Sie aber keine höhere Magnetspannung als bei der Erdstrahlung“, so Knoop.

Vor schwierigem Boden mit Gesteinsschichten und einer ehemaligen Müllkippe warnten einige Anwohner die Amprion-Mitarbeiter. Sollten diese Widerstände zum Tragen kommen, wäre das besonders für den geplanten Tunnel ein Problem.

Der begehbare Tunnel soll etwa acht Meter tief über rund zwei Kilometer Länge vom Isingort bis zur Steinkuhle führen. Hinzu kommen weitere rund drei Kilometer Kabelstränge, die Amprion plant, überirdisch in den Boden zu legen. Doch warum dieses aufwändige Verfahren? „Weil wir hier sehr nahe an die Wohnbebauung herangehen müssen“, so Jonas Knoop.

Überlandleitungen

Die Leitung sei ein Pilotprojekt, vorgeschrieben vom Gesetzgeber, das in Raesfeld und Borken schon umgesetzt worden sei. Auch in Legden soll die Mischung aus Tunnel und Erdkabeln getestet werden. Rechts von der K61 in Richtung Asbeck sollen die Erdkabel dann wieder in Überlandleitungen übergehen. „Mit jedem Eigentümer wird vorher vertraglich festgelegt, wie die Drainage hinterher wieder hergestellt wird“, versicherte der Amprion-Sprecher. Ansonsten würde die Firma nacharbeiten.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken befürwortete den Tunnel: „Diese Variante ist eine gute Lösung für uns, gerade an den Engstellen gibt uns das die Möglichkeit, das Ganze neu zu betrachten.“

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