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Flüchtlinge ohne Bleiberecht

Integrationsarbeit wird für die Helfer schwieriger

Legden 20 Flüchtlinge sind im November nach Legden gekommen. Jedes Mal wurden die Integrationspaten aktiv, obwohl sie wissen, dass nur wenige bleiben können. Das sorgt für Unmut.

Integrationsarbeit wird für die Helfer schwieriger

Vier Ehrenamtliche aus Legden und drei Ehrenamtliche aus Heek stellten sich nach dem Gespräch mit Heike Wermer (vorne rechts) zum Gruppenbild auf.

Die aktuelle Situation belastet die ehrenamtlichen Helfer. Eine ganze Reihe Kritikpunkte hatten deshalb Rebecca Brüggemann, Daniela Schürhoff, Daniela Kersting und Hanni Droppelmann im Gepäck, als sie nach Düsseldorf in den Landtag fuhren.

„Informativ und konstruktiv“ war ihr Fazit nach dem Austausch mit den acht CDU-Mitgliedern des Integrationsausschusses, allen voran dessen Sprecherin Heike Wermer. Einige Punkte, die die Landespolitik betreffen, hatten die Legdener Integrationspaten auch schriftlich festgehalten.

Für 14 von 20 Flüchtlingen, die neu nach Legden kamen, gilt das Dublin-Verfahren. Das heißt, sie müssen zurück nach Schweden, Italien und Frankreich, wo ihr Asylantrag bearbeitet werden muss. Ein weiterer Flüchtling muss in sein Heimatland zurückkehren. Rebecca Brüggemann erläutert: „Die Ankunft eines neu zugewiesenen Flüchtlings ist mit enormem Aufwand aufseiten der Integrationspaten verbunden: Von der ersten Dorfbesichtigung und dem Zeigen der relevanten Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten über die Eröffnung eines Kontos bis hin zur Ausgabe eines Fahrrades stecken wir viel Freizeit und Ehrenamt in die Integration unserer Neubürger.“

Verschwendung
Wenn dann nur die wenigsten ein Bleiberecht haben, ist das für die Asbeckerin „eine Verschwendung der Ressourcen“. Aber natürlich wolle man Chancen nicht ausschlagen. So gibt es in diesen Tagen wieder eine Extrastunde Deutschunterricht für sechs Flüchtlinge, die sich um einen Job im Dorf Münsterland bewerben wollen. „Dabei weiß ich, dass nur einer von ihnen hierbleiben kann“, so Rebecca Brüggemann.

Hintergrund ist, dass Flüchtlinge nach sechs Monaten in den Aufnahmeeinrichtungen auf die Kommunen verteilt werden – dann ist oft ihr Asylverfahren aber noch nicht abgeschlossen. Rebecca Brüggemann kritisiert das scharf. „Die Zeitspanne müsste auf zwei Jahre ausgedehnt werden.“ Kritik üben die Integrationslotsen auch daran, dass in den Landesaufnahmeeinrichtungen kaum Sprachvermittlung stattfindet. „Fast keiner der neu zugewiesenen Flüchtlinge war in den vergangenen Monaten in der Lage, sich ansatzweise verständlich zu machen.“

Aber auch die Finanzierung der Flüchtlingskosten ist für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort Thema. „Wenn die Kommunen nicht die tatsächlich für einen Flüchtling anfallenden Kosten – durchschnittlich 10.000 Euro im Jahr – vom Land erstattet bekommen, fehlt den Kommunen das Geld für andere Projekte wie Schulausstattungen“, sagt Rebecca Brüggemann. Damit drohe die Willkommenskultur und Spendenbereitschaft zerstört zu werden.

Offenes Ohr
Auch die schnelle Rückführung von Integrationsunwilligen und kriminellen Flüchtlingen war Thema für die Legdener Gruppe. Zu den insgesamt 40 Teilnehmern aus NRW gehörten auch drei Vertreter der Flüchtlingshilfe Heek. Rebecca Brüggemann erzählt: „Besonders erfreulich fanden wir es, dass Heike Wermer uns bereits für nächstes Jahr eingeladen hat und den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen möchte.“

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