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Viele Kinder aus Legden zieht es zu Ahauser Schulen

Kleweken: „Das hat uns überrollt“

Legden Eigentlich sind genug Schüler da für die Sekundarschule Legden. Doch viele Legdener schauen bei der Anmeldung ihrer Kinder zur weiterführenden Schule nach Ahaus. Zu viele?

Kleweken: „Das hat uns überrollt“

Der Standort Legden der Sekundarschule Legden Rosendahl: Wie sich die örtliche Schullandschaft weiter entwickeln kann, will die Gemeinde Legden mit ihren Nachbarn besprechen. Foto: Thorsten Ohm

Die Zahl der Anmeldungen für die Sekundarschule ist auf 44 gesunken. Gleichzeitig erlebt die Gesamtschule in Ahaus einen starken Zuspruch durch Kinder aus Legden. Was das für die Schulpolitik der Gemeinde bedeutet, hat Bürgermeister Friedhelm Kleweken im Interview mit der Redaktion erläutert.

Die Gesamtschule in Ahaus platzt bald aus allen Nähten. Ist Ihre Schulpolitik dafür verantwortlich?

Das sehe ich nicht so, auch wenn ich den Blickwinkel der Ahauser nachvollziehen kann. Wir haben uns vor zehn Jahren rechtzeitig auf den Weg gemacht angesichts des Ausblutens der Hauptschulen. Seinerzeit haben wir auch eine Kooperation mit Ahaus gesucht, aber erfolglos. Mit der Gemeinde Rosendahl haben wir dann einen Partner gefunden, mit dem wir in kürzester Zeit eine Verbundschule gegründet haben. Das galt auch für die Weiterentwicklung zur Sekundarschule. Doch wir stellen seit zwei Jahren einen starken Rückgang der Schülerzahlen fest.

Worin sehen Sie dafür die Ursachen? Liegt es an der Schulform?

Offensichtlich kann man schlecht vermitteln, was eine Sekundarschule ausmacht. Es ist im Grunde das Gleiche wie eine Gesamtschule, nur ohne Oberstufe. Wir müssen aber feststellen, dass uns die aktuelle Entwicklung der Anmeldezahlen von Legdener Kindern an der Gesamtschule in Ahaus etwas überrollt hat.

Geht das Wahlverhalten der Eltern nicht schon sehr lange in Richtung Ahaus?

Die Realschule als Schulform ist traditionell auch von Legdener Familien immer nachgefragt worden. Aber diese Verlagerung in Richtung Gesamtschule ist überraschend.

Kleweken: „Das hat uns überrollt“

Friedhelm Kleweken Foto: Ronny von Wangenheim

Was muss jetzt passieren? Sollte die Sekundarschule sich zur Gesamtschule weiter entwickeln“?

Wir müssen in alle Richtungen denken. Wir führen Gespräche mit der Gemeinde Rosendahl, in die natürlich auch Schulleiter Axel Barkowsky eingebunden ist. Gleichzeitig streben wir im Dialog mit Ahaus und nicht zuletzt auch mit der Gemeinde Heek, die ja ähnlich strukturiert ist, eine gemeinsame regionale Schulentwicklungsplanung an. Wir müssen über künftige Kooperationen nachdenken, und zwar ergebnisoffen. Und wir müssen das Anmeldeverhalten der Eltern ernst nehmen und einfließen lassen.

Wie wirkt sich dabei die aktuell geringe Anmeldezahl zur Sekundarschule aus?

Damit ist sicherlich ein zusätzlicher Entscheidungsdruck aufgekommen. Wir brauchen zeitnahe Ergebnisse in der Schulentwicklungsplanung. Auch wenn festzuhalten ist, dass mit 44 Kindern zwei Eingangsklassen in pädagogischer Sicht eine sehr gute Größe darstellen.

Sie kämpfen weiter für den Schulstandort Legden?

Diese Botschaft können Sie auf jeden Fall mitnehmen. Der demografische Wandel hat uns in der Hinsicht überrascht, dass heute mehr Kinder da sind als von den Experten vorhergesagt. Das eröffnet Chancen, das Thema Schullandschaft neu zu betrachten. Denn Bildung ist ein zentraler Standortfaktor für jede Kommune.

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