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Leeo: ein Hund zum Verlieben

Altenwohnhaus St. Josef

Ein belgischer Schäferhund erobert gerade die Herzen der Senioren im Altenwohnhaus St. Josef. Dafür braucht „Leeo“ keine Therapiehundausbildung.

LEGDEN

22.06.2018
Leeo: ein Hund zum Verlieben

Zwei, die sich gut verstehen: Rentner Ludger Gövert und Schäferhund ‚Leeo‘. © Anna-Lena Haget

Leeo kennt sich aus. Der vierjährige Malinois (eine belgische Schäferhundrasse) trägt sogar seine Leine selbst, als er an diesem Morgen das Atrium des Altenwohnhauses St. Josef betritt. Begleitet wird er von Frauchen Sabrina Schwering, die hier als Pflegeassistentin arbeitet.

In der Leseecke ist Ludger Gövert mit der Zeitungslektüre beschäftigt. Als er Leeo entdeckt, geht ein Strahlen über sein Gesicht. „Der kennt mich schon, das ist ein ganz braver Hund!“, ruft der ältere Mann und streichelt dem Tier den Kopf. Wenig später trifft der Schäferhund schon auf seinen nächsten Fan: Franz-Josef Brüggemann, der gerade vom Frühstück kommt. Der Mann krault dem Malinois die Ohren und wispert: „So ein feiner Hund bist du...“. Leeo gibt ein wohliges Brummen von sich und wedelt entspannt mit der Rute.

Leidenschaft: Apportieren

Er liebt es, gestreichelt zu werden, hat aber immer sein Frauchen im Auge. Das gibt ihm ein Zeichen, dann geht es weiter auf „Patrouille“ durchs Altenheim. „Es ist total schön zu sehen, wie die Senioren sich freuen“, sagt Sabrina Schwering. Leeo sei sehr feinfühlig mit Menschen, gerade wenn diese körperlich nicht gut zurecht sind. Zu einem schwerbehinderten Bewohner beispielsweise habe der Hund sofort einen Draht gefunden. „Der Herr hat sich gefreut und dann auch sofort gefragt: Wer bist du denn?“, erinnert sie sich.

Wenn er nicht gerade im Altenwohnhaus unterwegs ist, geht Leeo seinem liebsten Hobby nach. „Was er sehr gut kann, ist apportieren. Er apportiert alles mögliche, auch bei mir zu Hause. Das erleichtert mir das Aufräumen natürlich sehr“, meint Sabrina Schwering schmunzelnd. Das kluge Tier will schließlich beschäftigt werden. Mindestens drei Stunden ihrer Zeit gehören pro Tag ausschließlich dem Malinois.

Das meiste ihres Hundewissens hat die Frau sich selbst angeeignet und steht auch Nachbarn und Freunden hin und wieder beratend zur Seite. „Menschen, die sich einen Hund holen – egal ob groß oder klein – sollten darauf achten, dass er gut erzogen ist“, lautet ihr Rat. Eine Hundeschule sei gerade für Neulinge empfehlenswert.

Wohlfühlton als Hindernis

Lange hat Sabrina Schwering Mantrailing und Hundesport mit Leeo gemacht. Im Moment bleibt dafür aber weniger Zeit, denn sie ist in ihrem Zweitjob als Sängerin in mehrere Musikprojekte involviert.

Überall, wo Leeo hinkommt, zaubert er den alten Menschen ein Lächeln aufs Gesicht. Anfängliche Bedenken, die seine Besitzerin hatte, ihn mit zur Arbeit zu bringen, haben sich zerstreut.

Auch Christine Mosecke freut sich über den tierischen Besuch in ihrem Zimmer. Leeo setzt sich neben ihren Sessel und legt den Kopf auf ihren Schoß. Von der hundelieben Seniorin bekommt er Streicheleinheiten und brummt wieder wie ein Bär.

Dass Leeo noch keine Therapiehundausbildung begonnen hat, liegt genau an diesem Wohlfühlton. „Bei älteren Menschen und behinderten Kindern ist das so, dass die das mal falsch als Knurren interpretieren“, erklärt Sabrina Schwering. Deshalb kommt die Ausbildung für Leeo nicht infrage. Aber abtrainieren will sie ihrem Hund dieses Verhalten auch nicht, da es zu seiner Kommunikation dazugehört. Im Altenwohnhaus kennt man ihn, da ist Leeo sowieso der Liebling.