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KFD-Frauen haben die Brigidenkirche geputzt

Moppen im Mittelschiff

LEGDEN Versonnen blickt die Mutter-Gottes-Statue hinunter ins Seitenschiff. Zu ihren Füßen knien an diesem Montagnachmittag keine andächtig betenden Gläubigen, sondern eine fleißige KFD-Frau, die die Kirchenbänke abwischt. Von Andacht ist nicht viel zu spüren. Im Gegenteil – in der Legdener Brigidenkirche geht es rund, denn die Frauen schwingen Schrubber und Lappen zur Ehre Gottes.

Moppen im Mittelschiff

Helene Teriet (M.) und Kolleginnen haben die Kirche auf Vordermann gebracht. Foto: Anna-Lena Haget

„Das ist auch Kirche!“, ruft Rita Liesner. Sie balanciert auf einer Leiter im Vorraum des rechten Seiteneingangs und wischt mit ihrem Tuch über die antiken Schnitzereien. „Ich putze gerne die Kirchentür, das hat so etwas Erhabenes“, meint sie bewundernd.

Für das Team ist der Dienst am Gotteshaus Ehrensache. Und Spaß macht das gemeinsame Arbeiten auch, wie alle versichern: „Die Gemeinschaft ist schön. Und nur gemeinsam sind wir stark“, sagt Helene Teriet. Die Frau verrät, dass sie gerade vom Zahnarzt komme, aber sich die gemeinschaftliche Putzaktion der KFD-Frauen trotzdem nicht entgehen lassen will. Vor dem Altarraum werden inzwischen die grau-gelben Fliesen eingeweicht und einige der Kirchenbänke stehen schief. Rund 60 der gewichtigen Möbelstücke werden die Putzfeen bei ihrem Einsatz noch verrücken.

Manche der ehrenamtlichen Helferinnen sind schon seit Jahrzehnten dabei. So wie Anneliese Hüning, die den Löwenkopf am Seitenportal poliert. „Eine Tante von mir hat das immer gemacht. Und als sie krank geworden ist, hat sie mich gefragt, ob ich das übernehmen kann. Da bin ich dann so reingeschlittert“, berichtet sie.

Meditation mit Schrubber


Schlittergefahr herrscht inzwischen auch im Mittelgang. Eine kleine Flut ergießt sich über die Fliesen. Toni Lücke und ihre Kolleginnen rücken dem Dreck in den Fugen mit dem Schrubber zu Leibe. Die einförmige Bewegung hat etwas Meditatives an sich und reinigt nicht nur den Boden, sondern auch den Geist. „Früher haben die das immer dienstags gemacht. Da hatte ich nie Zeit, weil ich arbeiten musste“, sagt Toni Lücke. Seit acht Jahren ist der Frühjahrsputz fester Termin ihres Jahresplans.

Sabine Roters bückt sich nach der umgeklappten Kniebank und wischt mit einem feuchten Tuch darüber. „Ich putze schon 20 Jahre die Kirche, aber das ist ja immer nur ein Mal im Jahr“, meint sie schulterzuckend.

Mechtild Boom kümmert sich unterdessen darum, dass die historischen Fronten wieder glänzen. „Die sind erhalten geblieben, als die Bänke in den 70ern erneuert wurden“, weiß die Legdenerin. Sie erinnert sich, dass wohlhabende Bürger früher Extraplätze in der Kirche hatten. Das ist inzwischen vorbei. Aber: „Es ist seit 1979 Tradition, dass die Frauen hier die Kirche putzen“, sagt sie. Und das soll auch so bleiben.

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