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Spendengelder bleiben verschwunden

Legden Weiterhin im Dunkeln blieb auch am gestrigen zweiten Verhandlungstag des Prozesses vor dem Erweiterten Schöffengericht in Ahaus gegen einen 49-jährigen Mann aus Legden, der Verbleib von geschätzten Spendengeldern in Höhe von etwa 600 000 Euro (Münsterland Zeitung berichtete).

Die Spenden, die der Angeklagte von Januar 2003 bis März 2005 für ein angeblich geplantes Kindernkrankenhaus in Anklam im äußersten Osten Mecklenburg Vorpommerns einnahm, wanderten weder auf entsprechende Konten, noch wurde das so genannte Projekt "Krankenhaus Europa 2000" intensiv geplant oder in Anfängen verwirklicht. Es wurden zwar Gespräche über Grundstücksfragen geführt, die aber zu keinem Abschluss kamen.

Nach Zeugenaussage einer Angestellten sei lediglich eine Familie im Taunus für mehrere Monate bei der Krankheit ihres Kindes mit der Zusendung einer speziellen Nahrung, die von der Krankenkasse nicht mehr bezahlt wurde, aus Spenden unterstützt worden. Organisiert wurden die Sammelaktionen vom Büro des Angeklagten in Legden. 20 Mitarbeiter, darunter mehrere Auszubildende, waren als Büroangestellte und Sammler tätig.

Die gestrige Beweisaufnahme ergab, dass es die Aufgabe der Büroangestellten war, Märkte und Geschäfte im gesamten Münsterland und im Ruhrgebiet telefonisch zum Mitmachen für die "gute Sache" zu gewinnen. Nach Einwilligung der Eigentümer wurden durch die Außenmitarbeiter die "Sammler"-Spendendosen in Friseursalons, Bäckereien, Restaurants oder anderen Geschäften aufgestellt. Vor größeren Märkten wurden Stände aufgestellt, Kunden von Teams zu je zwei Personen zu Spenden animiert und mit Informationsmaterial über die Aktion aufgeklärt.

Summe unbekannt

Wieviel Geld sich in den Sammelbüchsen befand, konnten die Zeugen nicht beantworten. Der Angeklagte selbst machte keine Angaben zu den ihm zur Last gelegten 4476 Fällen des Betruges. Der Prozess wird im September mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. ek

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