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Stiftsdorf Asbeck hat jetzt ein Theresenkabinett

Theresenkabinett in der Hunnenporte öffnet

Therese von Zandt war Stiftsdame, Journalistin, Mutter zweier Komponisten, Beethovens Geliebte. Beim Heimatverein hat sie einen großen Fan.

Legden

von Ronny von Wangenheim

, 14.06.2018
Stiftsdorf Asbeck hat jetzt ein Theresenkabinett

Bernhard Laukötter im Theresenkabinett. Das großformatige Bild zeigt den Einzug von Napoleon in Düsseldorf. Im Publikum waren auch August Burgmüller und seine Frau Therese (mit roter Schärpe). © Ronny von Wangenheim

In der Hunnenporte eröffnet der Heimatverein Asbeck das Theresenkabinett. Der Vorsitzende Bernhard Laukötter beschäftigt sich schon lange mit der berühmtesten Stiftsdame Asbecks, die von 1771 bis 1858 lebte. Er hat viel recherchiert und Material zusammengetragen. Anlässlich des Schlösser- und Burgentages öffnen sich jetzt die Tore für die neue Ausstellung. „Sie ist für mich eine der ersten emanzipierten Frauen“, sagt der Asbecker. „Sie hat ihr Leben gestaltet, so wie sie es wollte und sich nicht um gesellschaftliche Konventionen gekümmert.“

Napoleon hält Einzug

Auch Napoleon hat in das Kabinett Einzug gehalten. Das Auffallendste ist eine wandfüllende Reproduktion eines kolorierten Stichs, das den Einzug Napoleons 1811 in Düsseldorf zeigt. Im Publikum befindet sich August Burgmüller mit seiner Frau Therese. Bernhard Laukötter weist auf die Figur, erkennbar an der roten Schärpe. Als einzige Figur ist ihr Gesicht nicht ausgestaltet – Anlass für Vermutungen. Vieles ist nicht bewiesen im langen Leben von Therese von Zandt. Doch die Indizien sind erdrückend. Laukötter, der sich auf die Forschungen von Klaus Martin Kopitz stützt, ist überzeugt, dass Therese von Zandt 1803 die Geliebte Beethovens wurde, dem Komponisten den „Fidelio“-Stoff empfahl und sogar am Libretto mitwirkte.

In Wien, Regensburg, vor allem in Düsseldorf lebte die Stiftsdame, die mit elf Jahren nach Asbeck kam und hier eine sehr gute Bildung erhielt. Mit 20 Jahren ging sie auf Reisen und war so viel unterwegs, dass ihr die Präbende, also die finanzielle Unterstützung, durch die Äbtissin aberkannt wurde. Und es brauchte Hilfe vom Wiener Kaiserhof, um dies rückgängig zu machen.

In Wien landete auch die Ahnentafel von Therese von Zandt, die für ihre Aufnahme in den Damenstift in Asbeck vorgelegt werden musste. Sie ist jetzt im Archiv des Sternkreuzordens. Von dort hat Laukötter eine Reproduktion erhalten. In der Dauerausstellung finden sich weiter Exponate zu den Söhnen Friedrich und Norbert Burgmüller, die beide Komponisten waren, und zu Beethoven. Einiges ist zu sehen. Viel besser aber ist es, beispielsweise bei einer Führung, Bernhard Laukötter zuzuhören.