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1. Mai am Cappenberger See

4000 Jugendliche feiern - nicht alle blieben friedlich

Lünen Tausende Jugendliche pilgerten am 1. Mai zum Cappenberger See, mit Musik und auch mit Alkohol. Das sorgte vor allem zum Abend hin für Probleme - die Polizei berichtet von mehreren Straftaten, darunter einem Sexualdelikt.

4000 Jugendliche feiern - nicht alle blieben friedlich

Ein buntes Fest - bei dem wie immer auch eine Menge Alkohol im Spiel war. Foto: Foto: Fröhling

Es lief schleppender an auf der Grillwiese als sonst, wohl weil viele Jugendliche noch abwarteten, ob das Wetter an diesem 1. Mai so schlecht bleibt, wie es sich am Morgen präsentierte. Es wurde deutlich besser, und so feierten nach offiziellen Angaben 4000 Jugendliche am Nachmittag bei schönstem Sonnenschein.

Neun Strafanzeigen

Zum Abend hin stellte die Polizei fest, dass der steigende Alkoholpegel wohl auch zu höherer Gewaltbereitschaft führte: Bis 17 Uhr hatte Frank Schulz, Leiter der Polizeiwache Lünen, neun Strafanzeigen registriert. „Zum einen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, zum anderen wegen Körperverletzung.“ In einem Fall sei es auch zu einem Sexualdelikt gekommen. Details dazu wollte Schulz mit Blick auf die laufenden Ermittlungen noch nicht nennen: „Das wäre kontraproduktiv.“

Vorfall in Werne nach der Maifeier am Cappenberger See

Jugendliche feiern mit viel Alkohol – und rasten dann völlig aus

Werne Wenn der Mai-Feiertag auf der Polizeiwache endet: Ein 23-jähriger Bergkamener hat am Dienstag erst seine Freundin geschlagen, dann in einem Haus in Werne randaliert und schließlich die Polizeibeamten getreten und bespuckt. Auch seine 16-jährige Freundin aus Werne soll extrem aggressiv gewesen sein. Die beiden hatten zuvor – wie Tausende andere Jugendliche auch – am Cappenberger See gefeiert.mehr...

Grundsätzlich bewertete Schulz die Situation positiv: „Verglichen mit früheren Jahren ist das Aufkommen an Straftaten bis jetzt übersichtlich.“ Fünf Besucher der Grillwiese nahm die Polizei in Gewahrsam, Tim Kewitz von der Feuerwehr Lünen berichtete zudem von vier Fällen, in denen Feiernde mit dem Rettungswagen abtransportiert werden mussten: „Drei wurden ins Krankenhaus nach Lünen gebracht, einer war ein Fall für die Gesichtschirurgie in Dortmund.“

108 Helfer im Einsatz

Das Deutsche Rote Kreuz hatte bis zum frühen Abend 29 Personen in seinem Behandlungszelt zu Gast. „Wir konnten sie später ihren Eltern übergeben“, erklärte Frank Alexander vom DRK Lünen. Dessen 38 Helfer - inklusive Notarzt - gehörten zu einer insgesamt 108 Mann starken Einsatztruppe aus Rettungsdienst, Feuerwehr, Ordnungsamt, Streetwork und Technischen Hilfswerk. „Das hier ist eigentlich keine offizielle Veranstaltung“, stellte Lünens Technischer Beigeordneter Arnold Reker fest. „Es ist ein Ereignis, das wir einsatztechnisch begleiten.“

Maifeier Cappenberger See

Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018
Eindrücke von der Maifeier am Cappenberger See 2018

Und zwar mit einem Konzept, das sich in den vergangenen sechs Jahren bewährt hat. „Wir hatten auch schonmal über 6000 Menschen hier“, sagt Bernd Wiesener vom Ordnungsamt. Die kurzen, schnellen Wege und die gute Abstimmung unter den Helfern hätten dafür gesorgt, dass alle wesentlich schneller auf unterschiedliche Begebenheiten reagieren könnten. „Wir wollen ja auch keine Spaßbremsen sein“, sagt Frank Schulz. „Aber der Spaß hört nunmal da auf, wo die Gesundheit anderer gefährdet ist.“

Drei Tage aufräumen

Mit Müllbeuteln, die für eine Pfandgebühr von fünf Euro ausgeteilt wurden, wollte die Stadt in diesem Jahr die riesigen Müllberge eindämmen, die alljährlich auf der Grillwiese anfallen. Die meisten Jugendlichen vor Ort zeigten sich im Gespräch aber eher skeptisch. Laut Arnold Reker sei das Angebot nur „moderat in Anspruch genommen“ worden. Allerdings glaubt der Technische Beigeordnete trotzdem, dass die Aktion einen Effekt hatte: „Das Thema Müll ist den Jugendlichen sicher schon im Vorfeld ins Bewusstsein gekommen.“

Ob sich tatsächlich auch viele daran gehalten haben, ihren Müll wieder einzusammeln, wird man in den kommenden Tagen sehen. „Wir brauchen zwei, drei Tage, um alles wieder suaber zu kriegen“, appellierte Reker auch an Hundebesitzer, in dieser Zeit Vorsicht walten zu lassen: „Es kann sein, dass noch Scherben auf der Wiese oder den Zuwegen liegen.“

Stadtspitze vor Ort

Fast die komplette Stadtspitze war übrigens auch vor Ort: Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß und Technischer Beigeordneter Arnold Reeker - sie alle machten sich ein eigenes Bild von dem, was da am 1. Mai auf der Grillwiese vor sich ging.

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