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Auf Liebe folgte Gewalt

LÜNEN Die Liebe währte nur wenige Wochen, dann schon herrschten in der Beziehung angeblich Wut, Eifersucht und Gewalt. Seit heute muss sich ein 29-jähriger Musiker aus Lünen nun wegen Vergewaltigung vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Der Angeklagte hatte seine Partnerin Ende 2005 im Internet-Chat kennen gelernt. Kurz darauf war es zu einem ersten Treffen gekommen, später dann zu immer intensiveren Kontakten, die beide suchten. In diesem Punkt sind sich die beiden auch heute noch einig: „Ich habe sie geliebt wie keine andere vor ihr“, sagte der Angeklagte den Richtern zu Prozessbeginn. Und auch die Zeugin stellte später klar: „Er hat mir das gegeben, was Frauen glücklich macht. Es war einfach zu perfekt.“

Kam es zu Vergewaltigungen?

Was im Herbst 2006 jedoch in der kleinen gemeinsamen Wohnung in Horstmar geschah, muss nun die Verhandlung aufklären? Kam es tatsächlich zu mindestens drei Vergewaltigungen, bei denen der Mann alles unternahm, um die Frau zu schwängern, wie es die 23-Jährige behauptet? Oder geschah alles völlig einvernehmlich, wie der Angeklagte beteuert? Fakt ist: Schon im Oktober 2006 trennten sich die Wege der beiden wieder. Kurz darauf erstattete die Frau Anzeige.

Fast alles auf Spiel gesetzt

Die junge Türkin hatte für die Beziehung zu dem Musiker fast alles aufs Spiel gesetzt. Sie war von ihrer in Bielefeld lebenden Familie geflüchtet und bei dem 29-Jährigen untergekrochen. Ihre Eltern hätten den neuen Freund niemals akzeptiert, glaubte die Frau. „Er hatte ja keinen Job und lebte einfach so vor sich hin. Das hätten Mama und Papa nicht gewollt“, sagte die 23-Jährige.

Kontakt zu weitere Frauen

Dass der Mann zu dieser Zeit außerdem intensiven Kontakt zu mindestens drei weiteren Frauen pflegte, von denen er insgesamt sieben Kinder hat, ahnten weder Eltern noch Tochter. Als sie schließlich das Doppelleben durchschaute, weil sich die anderen Frauen ständig telefonisch meldeten, regierte plötzlich der Ärger. „Er blieb einfach tagelang weg, da wollte ich doch wissen, was los war“, sagte die Zeugin gestern fast entschuldigend. Der Angeklagte sah in seinem Verhalten dagegen weniger ein Problem: „Ich bin halt Musiker“, sagte er lakonisch. Der Prozess wird fortgesetzt.

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