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Ausverkauf nach 103 Jahren

BRAMBAUER Scheiden tut weh: Beim Ausverkauf des nach 103 Jahren geschlossenen katholischen Kindergartens Herz-Jesu kamen 1300 Euro in die Kasse und viele Emotionen hoch.

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Ausverkauf nach 103 Jahren

Den Ausverkauf des Kindergartens mitzuerleben, tut weh.

Auf vielen Gesichtern stand die Leere der Beklemmung. Macht hoch die Tür: Peter Schulz hat die schöne Weihnachtskrippe im Arm, als er zu seinem Wagen geht und einen dicken Hals:"Es hätte Wege geben müssen, um eine Schließung dieses Kindergartens zu vermeiden", knurrt er.

Ob er wegen des Preises für die Krippe verhandelt habe? "Nö, die Sachen sind doch fast alle ausgezeichnet." Weihnachtskrippe, Schränke, Tische, Spiele, Stühle, Bälle, Regale, Bänke. . .das ganze stolze Innenleben des einstigen Kindergartens geht auf die Reise. Endstation Ausverkauf. 103 Jahre wandern durch die Tür. So lange hat es den Kindergarten Herz-Jesu gegeben.

Kapitel beendet

Ingrid Lübke (Inneneinrichtung Lübke) hat den alten Film im Kopf. Die Bilder stürzen auf sie ein. Ihre Kinder sind hier ein- und ausgegangen. Doch, es tue weh, zuzusehen, dass das Kapitel Kindergarten beendet sei, sagt sie. Carla Krei, Pfarrgemeinderatsvorsitzende, ist auch auf Moll gestimmt. Sie führt mit anderen Pfarrgemeinderatsmitgliedern die Kasse.

"Es ist schade um diese anerkannte Tradition", sagt sie. Aber das sei der Lauf der Dinge. Den könne man nicht aufhalten. Beim Kassensturz heitern sich die Mienen etwas auf: Über 1300 Euro sind in der Kasse. Petra Reitmayer, ebenfalls vom Pfarrgemeinderat Herz-Jesu, spürt auch den Druck der Erinnerung, den Stachel, dass etwas Großartiges zu Ende gegangen ist.

Inventar wird herausgetragen

"Meine Schwester und ich sind als Kinder auch in diesen Kindergarten gegangen. Klar denkt man jetzt daran zurück", sagt sie, dabei zusehend, wie das Inventar durch die Tür geschleppt wird. Draußen dampft der 13-jährige Janis Henschke vor Anstrengung. Tapfer biegt er seinen Oberkörper unter einen Schrank, den er gemeinsam mit Detlef Kirscht zum Wagen trägt.

"Janis", sagt seine Mutter by Henschke, "hat auch den Kindergarten Herz-Jesu besucht. Es ist schon ein komisches Gefühl, dass jetzt alles rausgetragen wird." Von den großen Spielgeräten, die draußen gestanden haben, hatte sich die Kirchengemeinde Herz-Jesu schon vor Wochen getrennt und sie netterweise dem Träger- bzw. Förderverein Freibad geschenkt.

Für die Gemeindekasse

Der Erlös des Kindergarten-Ausverkaufs von über 1300 Euro fließt in die Gemeindekasse. Jeder Euro zählt, schließlich hat man große Pläne an der Waltroper Straße. Ein Gemeindehaus soll entstehen, bei dessen Finanzierung die Kirchengemeinde auf Verkaufserlöse aus Pfarrheim und Kindergarten an der Richardstraße hofft.

Nach unseren Informationen ist die Suche nach einem Investor noch nicht abgeschlossen.

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