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Bankkunde vor Fragerunde

LÜNEN Ob er sich fürsorglich beraten oder eher ausgefragt fühlt, muss jeder Bankkunde für sich entscheiden. Fakt ist: Die Wertpapierberatung wird intensiver und wissbegieriger.

Bankkunde vor Fragerunde

Norbert Heiling, Marktbereichsleiter für Privatkunden bei der Sparkasse Lünen.

Einkommen? Vermögen? Schulden? Ausbildung? Ausgeübter Beruf? Vor der Hoffnung auf Rendite steht künftig die „EU-Richtlinie über Märkte in Finanzinstrumenten“. Die Sparkassenorganisation setzt sie zum 1. November um.

Umfassendere Beratung

Ziel sei nicht mehr Bürokratie, sondern eine noch umfassendere Beratung, ein noch besserer Schutz des Anlegers, betont Norbert Heiling, Marktbereichsleiter für Privatkunden bei der Sparkasse Lünen. „Bei einer geplanten Wertpapieranlage geht es darum genau zu prüfen, ob diese Anlageform auch zu den persönlichen Verhältnissen des Kunden passt“, erläutert er.

Was den Kunden davor bewahren soll, sich möglicherweise zu verzocken, erfordert dessen Bereitschaft, Persönliches preis zu geben. Er muss sich gläserner machen als bisher. „Die Frage nach Beruf und Ausbildung kann dann eine Rolle spielen, wenn der Berater den Eindruck hat, der Kunde könnte mit dem Verständnis eines hoch komplizierten Produktes überfordert sein. Dann muss das Gespräch vielleicht noch ausführlicher geführt oder von dem Produkt abgeraten werden“, so Heiling.

Kein Zwang

Der Kunde ist aber nicht gezwungen, die Fragen seines Beraters zu beantworten. Auf Wunsch bekommt er auch ohne Beratung das Produkt, das er verlangt. Und sei es noch so hochspekulativ. „Es ist dann ein beratungsfreies Geschäft und das wird auch so auf der Abrechnung dokumentiert“, sagt der Marktbereichsleiter der Sparkasse. Die Sparkasse schützt sich damit gegen eventuelle Regressansprüche. Die könne der Kunde geltend machen, so Heiling, wenn die Bank Wertpapiere verkaufe, ohne ein Beratungsgespräch angeboten zu haben.

Die EU wolle mit ihrer Richtlinie auch dazu beitragen, dubiosen Angeboten in der Grauzone des Kapitalmarktes den Boden zu entziehen. Seit Mai, so Heiling, habe sich eine Arbeitsgruppe in der Sparkasse auf die Umsetzung der EU-Richtlinie vorbereitet.

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