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Lüner Kinofest

Bei Glas Ohly entsteht der Kinderfilmpreis die "Rakete"

LÜNEN Tief beugt sich André Burkhardt hinunter. Sieben Stunden lang. Zum Arbeitstisch, zur Schleifmaschine, zum Bohrer. Sein Arbeitsobjekt permanent im Blick: Glas. In den Händen André Burkhardts entsteht die Kinofest-Trophäe für den Kinderpreis "Die Rakete".

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Von dem Filmstreifen, der den Schriftzug einrahmt, muss André Burkhardt jedes einzelne Loch ausschneiden.

Nach der Sandstrahlbehandlung trägt die Glasplatte den Schriftzug - inklusive Filmstreifen.

Zum fünften Mal hat der Glaser André Burkhardt vom Betrieb Glas Ohly die Kinofest-Trophäe "Die Rakete" hergestellt.

Kratzend zieht der Glasschneider eine feine Furche durchs Material. Das Werkzeug sieht so spektakulär aus wie ein Schraubenzieher: ein Griff mit einem rechteckigen Metallkopf, aus dem ein kleines Stahlrädchen ragt. „Damit gehe ich nicht mal einen Millimeter tief“, sagt André Burkhardt. Er schneidet das Glas nicht, sondern er ritzt es an, „um Spannungen im Material zu erzeugen“. Sanft klopft André Burkhardt ein paar Mal mit dem Griff an die Schnittstelle, bis das Stück vom Verschnitt abfällt. Einige kleine Scherbensplitter verteilen sich auf das ausgerollte Papier seines Arbeitstisches. Die Kanten der zwei blauen Dreiecke, die später die Düsen darstellen, sind noch scharf.

So entsteht die "Rakete"

So sehen die Kanten der Rakete nach der Schleif-Prozedur aus: glatt, glänzend und mit einer Schräge.
Danach muss André Burkhardt einige Minuten die Glasplatten aufeinander pressen, damit sich keine Luftblässchen bilden.
So sieht eine "Düse" der Trophäe "Die Rakete" aus. Noch sind ihre Kanten scharf.
Die mittlere Platte des Raketenrumpfes bekommt zwei runde Löcher als Fenster in der Rakete.
Das Federmesser ist ein kleines Universalwerkzeug für den Glaser.
Den farblosen Kleber trägt André Burkhardt gleichmäßig auf.
Drei Schleifbänder benutzt André Burkhardt für jedes Glasteil. Das heißt: Er muss mehrfach das Band wechseln.
Mit Papier ist der Arbeitstisch von André Burkhardt ausgelegt, damit so wenig Staubkörnchen wie möglich im Spiel sind und damit der Untergrund trotzdem möglichst weich ist.
Mit dem Federmesser kratzt er Papierreste vom Glas, die wegen des Klebers haften geblieben sind.
Die Arbeit an der Schleifmaschine dauert am längsten, schließlich muss der Glaser jedes einzelne Teil der Kinofest-Trophäe zuerst grob und danach fein schleifen.
Mit dem schwarzen Schleifband, das eine grobe Körnung hat, entfernt André Burkhardt die Kanten zwischen den drei Glasplatten.
Die unterschiedlichen Farben der Schleifbänder zeigen die unterschiedliche Körnung: Schwarz ist grob, grün und gelb sind feinere Körnungen zum Polieren.
Von dem Filmstreifen, der den Schriftzug einrahmt, muss André Burkhardt jedes einzelne Loch ausschneiden.
Der Glasschneider (r.) hat kleine Stahlrädchen. Die "schneiden" ins Glas.
Wenn nicht die Schleifmaschine in der Halle vom Betrieb Glas Ohly läuft, herrscht Stille. Und Konzentration. Tief beugt sich der Glaser hinunter zu seinem Arbeitsobjekt.
So sieht es schon nicht schlecht aus. Nun folgt der Sandstrahl, der die von der Folie unbedeckten Flächen aufraut.
Allein am Ausschneiden des Filmstreifens arbeitete André Burkhardt fast eine Stunde.
Hinter Glas und mit bloßem Auge nicht zu erkennen, schießt André Burkhardt mit einem feinen Sandstrahl auf die Folie und die Grundplatte der Trophäe, damit der Schriftzug entsteht.
Nach der Sandstrahlbehandlung trägt die Glasplatte den Schriftzug - inklusive Filmstreifen.
Damit alles besser zu erkennen ist, malt der Glaser die Flächen mit unterschiedlichen Farben aus.
Auch die Farben wechseln von Jahr zu Jahr - zumindest zum Teil.
Der Prototyp der Kinofest-Trophäe steht im Ausstellungsraum des Betriebs Glas Ohly. Diese Version wiegt um die sieben Kilo. Die heutige Version ist "kindgerechter".
Beim Malen muss sich André Burkhardt nicht allzu sehr konzentrieren...
Mit Kleber befestigt André Burkhardt drei Schichten Glas miteinander. Eine UV-Lampe lässt den durchsichtigen Klebstoff aushärten.
Mit einer UV-Lampe bestrahlt André Burkhardt den Kleber, der aushärtet.
Zum fünften Mal hat der Glaser André Burkhardt vom Betrieb Glas Ohly die Kinofest-Trophäe "Die Rakete" hergestellt.

Den Raketenrumpf hat André Burkhardt bereits tags zuvor ausgeschnitten, in dreifacher Ausführung. „So dick wie die werden soll, ist kein Glas. Darum klebe ich drei Lagen übereinander.“ Zuvor aber bohrt er in das Mittelstück zwei Löcher: die Fenster der Rakete. „Die hat sie immer, aber jedes Jahr gibt’s ein anderes Detail.“ Etwa eine Tür, die die Trophäe zum 21. Kinofest besaß. Den farblosen Kleber verteilt André Burkhardt dünn auf der gesamten Fläche, drückt zwei Lagen Raketenrumpf aufeinander, um Luftbläschen hinaus zu pressen, und bestrahlt die Glasschichten mit einer UV-Lampe. „So härtet der Kleber aus.“

Wenn alle Lagen miteinander verklebt sind, schleift André Burkhardt die Kanten ab. Für jedes Einzelteil hat der Glaser dazu nacheinander drei Bänder mit unterschiedlicher Körnung auf die Schleifmaschine aufzuziehen. „Das erste Band macht die Kantenflächen glatt. Mit den nächsten zwei poliere ich.“ Schleifen, sagt André Burkhardt, dauert am längsten. Über eine Stunde röhrt und dröhnt die Maschine in der Halle des Betriebs. Stille wechselt mit Lärm ab: Abermals eine Stunde lang schneidet André Burkhardt – tief über seinen Arbeitstisch gebeugt – mit einem so genannten Federmesser das individuelle Detail für das kommende Kinofest aus: einen Filmstreifen. Er rahmt den Schriftzug „Kinofest Lünen“ ein, der auf einer Folie aufgezeichnet ist. Die klebt auf dem Glassockel, auf dem später die Rakete startet. André Burkhardt muss jeden Buchstaben und jedes „Loch“ am Rand des Filmstreifens ausschneiden.

Die Folie dient als Schablone unter dem Sandstrahl, mit dem André Burkhardt den Schriftzug ins Glas fräst. Den malt er mit Farbe aus, klebt die Bauteile zusammen und bestrahlt sie mit der UV-Lampe. Schneiden, Bohren, Kleben, Schleifen, Sandstrahlen, Malen – für den Glaser grundsätzlich Routinearbeit. „Aber hier sind natürlich viel mehr Details auszuarbeiten.“ So werden aus dem halben Dutzend Arbeitsschritte sieben Stunden Arbeit. Vielleicht hätte André Burkhardt, der Raketenkleber, selbst auch mal einen Preis verdient.

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Von dem Filmstreifen, der den Schriftzug einrahmt, muss André Burkhardt jedes einzelne Loch ausschneiden.

Nach der Sandstrahlbehandlung trägt die Glasplatte den Schriftzug - inklusive Filmstreifen.

Zum fünften Mal hat der Glaser André Burkhardt vom Betrieb Glas Ohly die Kinofest-Trophäe "Die Rakete" hergestellt.

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