Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bloß keinen Büro-Job

WETHMAR Bei dem heutigen Stand der Emanzipation ist es selbstverständlich, wenn man Frauen in einst typischen „Nur-Männer-Berufen“ antrifft.

In der Autowerkstatt, hinter der Drehbank, an der Bandsäge oder auf dem Bau ist das Miteinander längst der Alltag. Bei Carina Droigk ist das aber doch etwas anderes, ihr Ausbildungsplatz ist ein Bauernhof, denn sie will Landwirtin werden.

Im Sommer hat die 19jährige Dortmunderin ihr Abitur gemacht. Schon lange stand für sie fest, das ihr berufliches Leben etwas mit der Natur und Tieren zu tun haben muss. Tierpfleger im Zoo schied schnell aus, denn da warteten schon 1600 Bewerber auf einen Ausbildungsplatz. So kam sie auf die Landwirtschaft.

Kindheitstraum

„Meine Mutter sagt, ich hätte schon mit drei Jahren vom Bauernhof geträumt“, erzählt die sympathische junge Frau, „ dabei haben wir zu Hause überhaupt nichts mit Landwirtschaft zu tun. Aber ich habe schon immer Tiere gehabt, Fische, Hamster, Hasen, einen Hund und jetzt auch ein Pony und ein Pferd“.

Mit der Entscheidung für die Landwirtin ging alles ganz schnell und reibungslos. Als Abiturientin muss sie nur zwei Jahre Lehr absolvieren. Davon das erste Jahr im Bereich Ackerbau/Grünland, das zweite Jahr im Bereich Viehhaltung. Als Ausbildungsbetrieb konnte Carina Droigk unter einigen Höfen wählen, sie entschied sich für den Hof Schulze-Wethmar und ist mit dieser Wahl sehr zu frieden.

Seit dem Start im August begleiten sie nun Kartoffeln und Möhren, deren Ernte grade auf vollen Touren läuft. „Ich bin begeistert“, strahlt sie in ihrem grünen Arbeitsdrillich, „ alles macht viel Spaß und ich fühle mich hier gut aufgenommen. Ich bin auch schon Trecker und Gabelstapler gefahren - so zur Probe“. Ein richtiger Treckerführerschein steht schon auf der Ausbildungsliste. Mit dem können dann auch die Erntemaschinen bewegt werden.

Bereicherung

Den tollen Hofladen sieht die angehende Landwirtin als absolut Bereicherung ihrer Ausbildung. Denn neben der Praxis auf dem Hof gibt es ja auch noch theoretischen Unterricht an der Berufschule in Letmathe, der sich unter anderem mit Betriebsführung und Vermarktung beschäftigt. In ihrer Schulklasse ist sie übrigens unter 20 Schülern die einzige junge Frau, die nicht von einem Bauernhof kommt.

„Diese landwirtschaftliche Ausbildung ist für mich eine tolle Grundlage und bietet danach viele Möglichkeiten“, sagt Carina Droigk mit Blick auf ihre Zukunft. „Ich werde aber sicherlich danach Agrarwirtschaft studieren. Einmal einen Hof zu bewirtschaften will ich auch nicht ausschließen. Aber auf keinen Fall will ich in einem Büro sitzen!“ Dazu wird sie im Augenblick gar keine Zeit haben, denn die Möhren warten schon.

  

Anzeige
Anzeige