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Bombe in Brambauer: Erst evakuieren, dann entschärfen

LÜNEN 63 Jahre hat die Fliegerbombe im Erdreich in Brambauer geschlummert. Am Freitag wird sie aus ihrem irdenen Bett geborgen, entschärft und entsorgt.

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Bombe in Brambauer: Erst evakuieren, dann entschärfen

Vor der Bergung des Blindgängers müssen erst noch einige Ringe in den Boden gelassen werden um so den Fundort zugänglich zu machen. Jetzt ist der Schacht mit den Warnbarken abgedeckt.

Die THS-Glückauf Wohnungsbaugesellschaft hatte für ein neues Wohnbaugebiet bei der Bezirksregierung eine Untersuchung auf Kampfmittel beantragt. „Es gibt neue Bilder, die die Bombenabwürfe ab 1944 dokumentieren“, erläutert Stadtsprecher Reinhold Urner.

Wie Stadtarchivar Fredy Niklowitz herausgefunden habe, hätten die Engländer im Oktober 1944 einen schweren Angriff auf die Zeche Achenbach geflogen.

Dabei wurde wohl auch die jetzt entdeckte Zehnzentner-Bombe abgeworfen. „Den neuen Bildern nach zu urteilen kommt wohl noch einiges auf uns zu“, ist Urner sicher, dass es noch einige Bomben auf Lüner Gebiet zu entschärfen gibt.

Umfangreiche Vorarbeiten waren notwendig

Zunächst einmal musste aus dem Verdacht Gewissheit werden. Die Beschaffenheit des Bodens habe umfangreiche Vorarbeiten notwendig gemacht, erläuterte Martin Tamsel vom Stab für außergewöhnliche Ereignisse.

Diesem Krisenstab unter der Leitung des Ersten Beigeordneten Günter Klencz gehören Vertreter der Polizei, der Feuerwehr und der Verwaltung an.

Um überhaupt an die Bombe in 6,50 Metern Tiefe heranzukommen, musste eine Grundwasserabsenkung vorgenommen werden. Die Grube wurde mit Ringen gesichert, ein Wachdienst beauftragt.

Kampfmittelräumdienst: Keine Gefahr im Verzug

Die Fachleute vom Kampfmittelräumdienst habe nach einer ersten Begutachtung der Bombe und des Zünders signalisiert, dass keine Gefahr im Verzuge sei, so Urner. So konnten die mit der Entschärfung zusammenhängenden Maßnahmen exakt geplant werden.

Seit gestern sind die Mitarbeiter des Verkehrsaußendienstes der Stadt Lüner im Gefahrenbereich (400 Meter um den Fundort) unterwegs und verteilen an jeder Tür Handzettel in deutscher und türkischer Sprache. „Es steht auch ein türkischer Dolmetscher bereit“ , so Urner. Auf diesen Handzetteln sind alle wichtigen Fakten und Handlungsanweisungen vermerkt.

Der Gefahrenbereich sollte bis spätestens 12.30 Uhr verlassen werden. „Die Polizei wird dann noch einmal Kontrolle fahren. Notfalls wird auch zwangsevakuiert“, kündigt Eberhard Rieß, Leiter der Abteilung öffentliche Ordnung an.

Fahrzeuge sollten nach eigenem Ermessen außerhalb der Gefahrenzone abgestellt werden. Wie lange die Entschärfung dauern werde, konnte Rieß nicht sagen. „Wenn alles glatt läuft, kann das in 20, 30 Minuten geschehen.“

Nach der Entschärfung werden die Sperrungen aufgehoben

Sobald die Bombe entschärft ist, werden die Sperrungen aufgehoben und die Bewohner können wieder zurück. Für den Rücktransport stehen Busse an den Ausweichquartieren bereit.

Alle weiteren Informationen über die Evakuierung finden Sie in der Donnerstagsausgabe Ihrer Ruhr Nachrichten.

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