Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

„Das ist der schleichende Tod“

LÜNEN Horst Weischenberg, Vorsitzender des Fußballkreises Unna-Hamm, sieht den Amateurfußball in Gefahr. Pay-TV-Sender Premiere plant, die Übertragungsrechte der Bundesligaspiele für 2009 bis 2012 zu erwerben und strebt mit der DFL an, einige Partien auf Sonntagmittag zu verlegen. Was wären die Folgen, wenn es dazu käme? Im RN-Interview entwirft Weischenberg ein bedrohliches Szenario.

Anzeige
„Das ist der schleichende Tod“

Horst Weischenberg, der Vorsitzende des Fußballkreises Unna-Hamm.

Was würden die Änderungen für den Amateurfußball bedeuten? Weischenberg: Ich halte das für Blödsinn. Wir haben schon soviel von oben diktiert bekommen, das meiste hat dem Fußball geschadet.

Was ärgert Sie besonders daran?Weischenberg: Das bedeutet den schleichenden Tod für den Amateurfußball. Die sonntäglichen Spiele finden doch jetzt schon fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

       Nennen Sie Beispiele für Reformen in der Vergangenheit, die zu Lasten der Amateurvereine gegangen sind?Weischenberg: Da sind zum Ersten die beiden Bundesliga-Sonntagsspiele, die wir heute schon haben. Das geht weiter mit der Einführung des Vertragsamateurs (keine Entschädigung der Vereine, d. Red.), die Einführung der NRW-Liga, gegen den Willen der Clubs, die Reduzierung der Spieler im Jugendbereich von elf auf sieben bei E- und F-Junioren. Das führt zur weiteren Verknappung der ehrenamtlichen Trainer und Betreuer.

Was werfen sie den Spitzenfunktionären konkret vor?Weischenberg: Es geht heute nur noch ums Kommerzielle, nur noch der Spitzenfußball ist denen wichtig. Wenn ich mich recht erinnere, ist DFB-Präsident Theo Zwanziger einst angetreten, um sich verstärkt für den Amateurbereich einzusetzen.

Welche Maßnahmen können sie als Funktionär auf Kreisebene ergreifen, um den Amateurfußball zu erhalten?Weischenberg: Oben hat man den Blick für die Basis verloren. Wir müssen auf die Barrikaden gehen, uns wehren. Allein im Kreis Unna-Hamm gibt es 58 Vereine mit 35 000 Mitgliedern, bundesweit gehören dem DFB 65 000 Vereine an. Diese Macht müssen wir für uns besser nutzen. Es ist Fünf vor Zwölf, aber noch ist Zeit, diesem Trend der Kommerzialisierung zu Lasten des Amateurfußballs entgegenzuwirken.

  

Anzeige
Anzeige