Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fußball

Der Kampf um die Lüner Trikot-Krone

Lünen Die Westfalenliga-Fußballer des Lüner SV sind die Nummer eins in der Lippestadt. Zumindest sportlich gesehen. Die LSV-Kicker sind für ihre rot-weißen Jerseys bekannt, mit denen sie in der Westfalenliga wirbeln. Doch wie wirken die Trikots aus modetechnischer Sicht? Die Sportredaktion wollte es wissen und hat sich mit der Lüner Modedesignerin Leonie Dziedeck getroffen.

Der Kampf um die Lüner Trikot-Krone

Leonie Dziedeck (r.), hier im Gespräch mit Sportredakteur Patrick Schröer, hat die Lüner Fußballtrikots bewertet. Foto: Weitzel

Mode war für Leonie Dziedeck immer ein Thema. Schon in ihrer Kindheit. „Da habe ich schon meinen Barbiepuppen aus irgendwelchen Stoffen kleine Kleider genäht“, sagt die Altlünerin. Es war nicht verwunderlich, dass sich aus diesem großen Hobby irgendwann ein Berufswunsch entwickelte. Inspiriert habe sie auch ihre Oma, die „sehr modisch war“. Mit Fußball kam Dziedeck hingegen nicht so häufig in Berührung. Klar, ab und zu schaut sie sich ein Spiel von Borussia Dortmund an oder verfolgte in der Vergangenheit mal die Sonntagsspiele von Freunden bei den heimischen Fußballklubs. Eine Leidenschaft für den Ballsport entwickelte sich bis heute jedoch nie. Anders ist es bei der Bewertung der Trikots der Lüner Fußballklubs. Dziedecks Augen leuchten, als sie die Shirts nach und nach unter die Lupe nimmt. Sie ist in ihrem Element. Mode halt. Zehn verschiedene Trikots sind im Ranking. Für Modedesigner ein gefundenes Fressen. Folgende Klubs nahmen teil: Lüner SV, BV Brambauer, Westfalia Wethmar, Preußen Lünen, BW Alstedde, VfB Lünen, TuS Niederaden, GS Cappenberg, SG Gahmen und BV Lünen. Hier haben wir die Auswertung, von unten aufsteigend:

Platz zehn, „der Schlafanzug“:

Bei Leonie Dziedeck schrillen die Alarmglocken, als sie das Trikot der SG Gahmen sieht. „Die Farbe ist schrecklich. Blau und Gelb kann man nicht kombinieren. Blau ist eine kalte Farbe, Gelb eine warme Farbe“, sagt Leonie Dziedeck und verteilt die Note sechs. Auch der Schnitt spricht die Altlünerin nicht an. „Das sind ja Tütenärmel, insgesamt wirkt das Shirt wie ein Schlafanzugoberteil“, sagt die Designerin. Dass die SGG auf ihrem Trikot auf das Vereinswappen verzichtet hat, findet Dziedeck „super peinlich“ und verteilt zum zweiten Mal die Note „ungenügend“. Am Ende rettet sich das Trikot dank der guten Werbung und der Schrift auf 4,0.

Platz neun, „die Werbeschande“:

Ein Trikot der Extreme: Einerseits ist Leonie Dziedeck von der Farbe (1) und vom Löwen-Wappen (1) des Lüner SV absolut begeistert: „Der Löwe ist mein Lieblingstier“, schwärmt sie. „Die aufgedruckte Werbung macht aber alles kaputt. Der Balken geht gar nicht“, sagt sie und vergibt die Note sechs. Auch die Schrift kommt kaum besser weg. Dziedeck bemängelt, dass auf der Rückseite kein Vereinsname steht – mangelhaft. Am Ende hat das Trikot eine Note von 3,3.

Platz acht, „das giftgrüne Kinderjersey“:

„Das Grün finde ich gar nicht schön, das geht ja schon ins Giftige. Die Farbkombination wirkt auch so, als wäre man in den Farbtopf gefallen – wie im Kindergarten“, sagt Dziedeck über das Shirt von GS Cappenberg. Auch mit dem Wappen der Grün-Schwarzen könne sich Dziedeck nicht anfreunden. „Dieses GSC sieht total langweilig aus“. Positiv bewertet sie allerdings das abtrennende Muster und die Cadman-Werbung – Gesamtnote 3,3.

Platz sieben, „das Styler-Shirt“:

Ginge es nach dem Modetrend, dann würde das Trikot des BV Lünen wohl den ersten Platz belegen. „Diese Vokuhila-Shirts waren ja super im Trend und tragen auch jetzt noch viele, zum Sport passt das aber nicht“, sagt Dziedeck, die die außergewöhnliche Farbkombination aus Schwarz und Gold lobt. „Eigentlich sieht das cool aus, auch dieser Musteroverload“, so die Lünerin. Die (fehlende) Werbung ist schließlich aber der Grund dafür, warum das BV-Trikot so weit hinten landet. „Gute Werbung ist für mich essenziell, die fehlt hier total“, sagt sie – Note sechs. Insgesamt kommt der BVL auf die Note 3,3, liegt vor Cappenberg, weil Dziedeck das Shirt ansehnlicher findet.

Platz sechs, „der Käseschreck“:

Mit dem TuS Niederaden verbindet Dziedeck einen Teil ihrer Vergangenheit. „Von denen habe ich mir früher Spiele angesehen“, sagt sie. Dennoch ist sie bei ihrer Bewertung schonungslos. „Das Wappen sieht ja aus wie ein angebissener Käse, super langweilig“, sagt Dziedeck. Schlecht kommt auch die Werbung von der Fahrschule Europa weg: „Viel zu groß, viel zu viel, viel zu hoch gesetzt. Das finde ich nicht schön – Note fünf“, so Dziedeck. Punkten kann das Shirt dafür beim Schnitt (2), bei der Qualität (1) und bei der Schrift (2). Endnote: 2,7.

Platz fünf, „die Comic-Katastrophe“:

Man muss erwähnen: Der TuS Westfalia Wethmar hat der Redaktion kein aktuelles Trikot aus seiner Puma-Serie geliehen, sondern ein älteres Modell mit dem Schriftzug eines Ex-Spielers auf dem Rücken: Joo Seung Oh. Eben jener Schriftzug ist es, der das Trikot nach unten zieht. Denn eigentlich ist Dziedeck angetan: „Das ist ein sehr schönes Grün, mit einem schönen Muster, das einen 3D-Effekt hat. Das Logo mit dem Pferd sieht edel aus“, sagt sie. Das Manko? Die Schrift auf dem Rücken. „Ich konnte den Namen nicht richtig entziffern. Horror. Das ist Comic sans, das geht gar nicht“, sagt Dziedeck und verteilt die Note fünf – Gesamtnote 2,7.

Platz vier, „das Schnittige“:

Eigentlich wäre das Trikot des SV BW Alstedde ein Kandidat für den Sieg. Blau ist die Lieblingsfarbe von Leonie Dziedeck. Die Kombination blau-weiß findet sie „gelungen und clean“. Schnitt, Qualität und Schrift verleiht Dziedeck sogar ein „sehr gut“. Ein Störfaktor zieht die gute Note jedoch herunter: die Werbung von Elektro Laschinski Redeker. Die enthält nämlich mit weißer Schrift und einem gelb-roten Logo, das Dziedeck selbst gar nicht schlecht findet, gleich drei Farben. Zuviel und zu unpassend für die Modedesignerin, sodass sie der Werbung die Note fünf gab. Endnote: 2,6.

Platz drei: „das Deutschland-Double“:

Der kleine Bruder des DFB-Trikots belegt Rang drei. Dziedeck fällt es schwer, große Kritik am schwarz-weißen Shirt des SV Preußen Lünen zu üben, lobt vor allem das dezente Muster und das frische Weiß. „Das Wappen mit dem Adler finde ich auch sehr cool. Wenn ich das mit dem Käse aus Niederaden vergleiche, dann ist das hier echt super“, sagt die Modedesignerin. Mit 2,0 als Gesamtnote winkt den Preußen die Bronzemedaille in der Gesamtabrechnung.

Platz zwei, „der Vizemeister“:

Hauchzart schrammt das Trikot des BV Brambauer am Gesamtsieg vorbei, muss sich aber am Ende nur mit der Vizemeisterschaft begnügen, obwohl Leonie Dziedeck auf den ersten Eindruck begeistert scheint. „Die Farbkombination mit dem gesamten Farbverlauf sieht richtig geil aus, auch die Längststreifen wirken super“, so die Designerin, die allerdings einen Punkteabzug bei Schrift und Werbung vornehmen muss und in dem Bereich nur zwei Dreien verteilt. So bleibt am Ende ein Durchschnitt von 1,9.

Platz eins, „der breite Sieger“:

Farbe super, Muster super, Schnitt und Schrift perfekt: Der Sieger des Trikot-Rankings heißt VfB Lünen. „Das Trikot hat mit dem Schwarz-Rot und den Querstreifen von oben nach unten einen sehr schönen Farbverlauf“, sagt Dziedeck. Auch der V-Ausschnitt gefalle ihr absolut super. Dass auf der Rückseite des Trikots mit „Hiltawski“ sogar ein Spielername abgedruckt ist, freut die Designerin umso mehr. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,6 setzt sich dieses Shirt am Ende als „klassenbestes Trikot“ durch.


Die Noten im Überblick:

VfB Lünen: Farbe (1), Muster (2), Wappen (2), Werbung (2), Schnitt (1), Qualität (2), Schrift (1)

BV Brambauer: Farbe (1), Muster (1), Wappen (2), Werbung (3), Schnitt (2), Qualität (1), Schrift (3)

SV Preußen Lünen: Farbe (1), Muster (2), Wappen (2), Werbung (3), Schnitt (3), Qualität (1), Schrift (2)

BW Alstedde: Farbe (2), Muster (4), Wappen (4), Werbung (5), Schnitt (1), Qualität (1), Schrift (1)

Westfalia Wethmar: Farbe (1), Muster (2), Wappen (2), Werbung (3), Schnitt (4), Qualität (2), Schrift (5)

TuS Niederaden: Farbe (3), Muster (2), Wappen (4), Werbung (5), Schnitt (2), Qualität (1), Schrift (2)

BV Lünen: Farbe (2), Muster (2), Wappen (4), Werbung (6), Schnitt (5), Qualität (2), Schrift (2)

GS Cappenberg: Farbe (4), Muster (2), Wappen (5), Werbung (2), Schnitt (2), Qualität (4), Schrift (4)

Lüner SV: Farbe (1), Muster (2), Wappen (1), Werbung (6), Schnitt (4), Qualität (4), Schrift (5)

SG Gahmen: Farbe (6), Muster (5), Wappen (6), Werbung (2), Schnitt (4), Qualität (3), Schrift (2)

Anzeige
Anzeige