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Dicke Luft wegen Schwermetallbelastung

LÜNEN Die Kraftwerksgegner bestehen darauf: Auch wenn die Steag noch keinen Genehmigungsantrag gestellt hat, soll die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Trianel-Kraftwerk das Steag-Kraftwerk mit einbeziehen – und entsprechend überarbeitet werden.

Dicke Luft wegen Schwermetallbelastung

Michael Steinbrecher nahm auf der Einwenderbank Platz.

Das forderten Einwender gestern am vierten Tag des Erörterungstermins: „Ich hoffe auf ihr Einsehen im Interesse von 90 000 Menschen“, appellierte Prof. Dr. Johannes Hofnagel sowohl an Trianel wie auch an die Bezirksregierung Arnsberg.

Behörde kennt Pläne

Die Antwort war die vom Tag zuvor: „Wir haben nicht die Pflicht und nicht das Recht dazu“, wiederholte der Leiter des Erörterungstermins, Regierungsgewerbedirektor Klaus Tillmann.

Eine Position, die vielen Einwendern nicht nachvollziehbar erscheint. Zumal die Steag-Pläne in der Behörde offenbar offiziell bekannt sind. Hofnagel zitierte aus einem Schreiben der Dortmunder Bergbau-Abteilung der Bezirksregierung an Träger öffentlicher Belange. Darin heiße es, Steag plane in Lünen einen Kraftwerksblock von bis zu 800 Megawatt.

Steinbrecher-Appell

Gestern nahm auch der mit Lünen verbundene Sportstudiomoderator Michael Steinbrecher, der ebenfalls zu den Einwendern gehört, am Erörterungstermin teil. Er hatte schon vor Prof. Hofnagel ähnlich argumentiert, sprach von einem Ungerechtigkeitsgefühl, das bei den Bürgern ausgelöst werde, wenn das Trianel-Genehmigungsverfahren den neuen Steag-Block ausblende. „Warum nehmen sie nicht die prognostizierten Werte dazu, wäre das nicht ein feiner Zug gegenüber den Lünern?“, fragte Steinbrecher Trianel-Geschäftsführer Manfred Ungethüm. „Wir halten uns an das laufende Verfahren“, entgegnete der.

Diskussionen um die Luftbelastung in Lünen prägten ansonsten den vierten Tag des Erörterungstermins. Der Ton wurde schärfer, bis hin zu Anträgen, Gutachter auszuschließen bzw. Behördenvertreter für befangen zu erklären.

Messdichte umstritten

Der rote Faden der stundenlangen Debatte: Die Kraftwerksgegner sehen den Standort Lünen als bereits hoch vorbelastet an, zweifeln anders lautende Daten wegen fehlender Messdichte an oder bewerten sie kritischer.

Dr Reinhold Beier (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) sowie Toxikologe Prof. Dr. Ulrich Ewers verwiesen auf Belastungen unterhalb von Grenzwerten und rückläufige Tendenzen. Immer mit der Ausnahme der Schwermetallbelastungen im Umfeld der Norddeutschen Affinerie.

 

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