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Es fehlen die Räume

LÜNEN Die Lüner Jungsozialisten (Jusos) setzen einen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendpolitik. Mit kritisch-konstruktivem Block verfolgen sie die Umsetzung des Fachkonzeptes zur künftigen Jugendarbeit. RN-Redakteur Dieter Hirsch sprach darüber mit dem Juso-Vorsitzenden Daniel Wolski.

Es fehlen die Räume

Juso-Chef Daniel Wolski.

Wie beurteilen sie das Fachkonzept mit dem Zentralen Haus für die Jugend in der Stadtmitte? Wolski: Wir haben das Fachkonzept kritisch begleitet und festgestellt, dass das nicht der richtige Weg ist.

Was kritisieren Sie im Einzelnen? Wolski: Es ist genau das eingetreten, was wir von Anfang an bemängelt haben. Erstens: Die Streetworker in den Stadtteilen haben keine Räume, in denen sie mit den Jugendlichen arbeiten könnten. Zweitens: Das Zentrale Jugendheim hat wegen mangelnder Brandschutzvorkehrungen keinen Platz für Großveranstaltungen mit mehr als 199 Besuchern. Allein unser Band-Contest lockt mehr als 199 Menschen an. Drittens: Die Einsparungen sind nicht so hoch wie mal erwartet. Ich ärgere mich, dass das Konzept erst vorgelegt wurde, als die Infrastruktur, sprich die Jugendheime in den Stadtteilen, schon geschlossen waren.

Glauben Sie, dass das Konzept „Streetworker“ funktionieren wird? Wolski: Der Einsatz von Streetworkern ist sinnvoll. Das zeigt das Beispiel Dortmund. Aber dort verfügen sie über entsprechende Räumlichkeiten. Die fehlen ihnen hier. Was sollen sie mit den Jugendlichen machen. Die Jugendheime in den Stadtteilen war schon eine optimale Lösung.

Was müsste man aus Ihrer Sicht tun? Wolski: Wir brauchen Räume in den Stadtteilen, Anlaufstellen für die Jugendlichen. Man könnte z.B. mit Schulleitungen sprechen und Räume in den am Nachmittag leeren Schulen nutzen. Diese Probleme hätte man alle vorher klären müssen.

Glauben Sie, dass das Zentrale Jugendheim von den Jugendlichen auch aus den Stadtteilen angenommen wird? Wolski: Ich wünsche mir, dass das Konzept funktioniert. Für die Stadtmitte wird es das wohl auch. Bei bestimmten Veranstaltungen werden die Jugendlichen auch auf den Stadtteilen anreisen. Aber sonst wohl nicht. Damit bleibt die Betreuung auf der Strecke. Die Jugendlichen werden sich in den Stadtteiandere Treffpunkte suchen. In Brambauer habe sie das auch schon getan, wie wir in Gesprächen mit Anwohnern gehört haben.

Was werden die Jusos konkret tun? Wolski: Wir werden einen Fragebogen speziell für Jugendliche entwickeln. Darin werden wir konkret Fragen, was wir für sie tun können. Wir werden auch Fragen, ob das zentrale Jugendheim interessant für sie ist. Die Antworten werden wir auswerten, veröffentlichen und politische Forderungen daraus ableiten.

Und wenn die Jugendlichen ihre Jugendheime in den Stadtteilen wieder haben wollen? Wolski: Wir werden die Politik mit den Ergebnissen konfrontieren. Und wenn die Jugendlichen ihre Jugendheime wieder haben wollen, werden wir das Ernst nehmen und es auch politisch fordern. Wir wollen die beste Betreuung für die Kinder und Jugendlichen.

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