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Ärger an der Stromtankstelle in Lünen

Falschparker „besetzen“ Ladestation für Elektroautos

Lünen E-Auto-Besitzer Detlev Piepenbrock ist genervt: Immer wieder besetzen Autos eine Stromtankstelle in der Lüner Innenstadt. Ohne ein Knöllchen fürchten zu müssen.

Falschparker „besetzen“ Ladestation für Elektroautos

Detlev Piepenbrock aus Kamen steht mit seinem BMW an der Ladesäule für Elektroautos. Heute hat er dort einen Platz gefunden - ausnahmsweise.

Detlev Piepenbrock ist – der Vergleich ist wörtlich zu nehmen – ziemlich geladen. Der 57-Jährige ärgert sich über eine ständig zugeparkte Ladesäule.

Piepenbrock wohnt in Kamen. Seit November vergangenen Jahres fährt er ein Elektro-Auto – einen schicken weißen BMW. „Das Fahren mit einem E-Auto ist einfach ideal, ich kann es nur empfehlen“, schwärmt er.

Ladeplatz zugeparkt

Doch wenn er nach Lünen kommt, um dort seine Schwiegermutter zu besuchen, findet er häufig keinen Ladeplatz. Zwischen dem Saturn-Parkhaus und der Lippe steht zwar eine Ladesäule mit Plätzen für zwei E-Autos – doch diese ist, wie Piepenbrock erzählt, ständig durch Autos mit Verbrennungsmotor besetzt.

Der genervte E-Auto-Besitzer beobachtet die Situation eine Weile, wendet sich dann an die Stadt. Zehn Wochen ist das her. „Dort sagte man mir, man könne keine Knöllchen verteilen, weil der Parkplatz nicht Eigentum der Stadt ist.“ Bei den Stadtwerken hört er Ähnliches. Und auch zu Saturn gehört der Parkplatz nicht. „Niemand scheint zuständig zu sein“, sagt Detlev Piepenbrock. Ein herrenloser Parkplatz also?

„Das kann doch nicht sein – gerade wo es immer heißt, man solle auf alternative Energien umsteigen, ärgert mich so etwas“, sagt Piepenbrock. In Unna habe er wesentlich bessere Erfahrungen gemacht. „Dort kann ich auf Anhieb fünf Ladestellen aufzählen, an denen ich immer einen Platz finde.“

Auf unsere Anfrage erklärt Jasmin Teuteberg, Pressesprecherin der Stadtwerke, dass das Problem bekannt sei. „Auch wir mussten beobachten, dass der Parkplatz leider immer wieder von Autos mit Verbrennungsmotor zugestellt ist – trotz StVO-konformen Parkschild, mit dem das Parken nur für E-Autos erlaubt ist“, heißt es in der Pressemitteilung.

Abmontiert

Dieses Schild sei kürzlich von Unbekannten abmontiert worden. Ein provisorisch angeklebtes Schild weist seitdem darauf hin, dass das Parken an der Ladesäule nur für E-Autos erlaubt ist.

Wem der Parkplatz gehört – darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Klar wird nur, wem er nicht gehört. „Es [handelt] sich bei dem Ladeplatz nicht um einen städtischen Parkplatz, sodass das Ordnungsamt bisher nicht berechtigt war, Verwarnungen auszustellen“, schreibt Teuteberg. Das soll sich nun ändern: „Wir arbeiten derzeit zusammen mit der Stadt bzw. ZGL (Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen) an einer Lösung zu einem neuen Parkschild, das zum einen das Ordnungsamt handlungsfähig macht, zum anderen in seiner Aussage deutlicher wird“, heißt es von Seiten der Stadtwerke.

Die Stadt Lünen möchte sich den Ausführungen der Stadtwerke anschließen. Aus Gründen des Datenschutzes könne man nicht sagen, wer Besitzer der Parkfläche sei, sagt Julia Schmidt von der Pressestelle. Es werde an einer Lösung gearbeitet, da seien die Besitzverhältnisse unerheblich.

Nur einen Tag nach Anfrage der Ruhr Nachrichten hat Detlev Piepenbrock übrigens eine Rückmeldung vom Beschwerdemanagement der Stadt erhalten. Man könne Fortschritte vermelden: „Der Grundstückseigentümer wird in nächster Zeit die Anordnung erteilen, dort Schilder nach StVO aufzustellen“. Detlev Piepenbrock wundert sich, dass es mit dieser Antwort so lange gedauert hat.

In Sachen E-Infrastruktur sei es nach Aussagen der Stadt das „erklärte Ziel des Bürgermeisters, Anreize für E-Mobilität zu schaffen“. So solle geprüft werden, „inwieweit entsprechende gute Beispiele aus den Nachbarstädten auch in der Lippestadt umgesetzt werden können.“

Die Stadtwerke planen für dieses Jahr „eine Reihe von neuen Ladeplätzen“ im Stadtgebiet. Unter anderem seien Ladesäulen am Kreishaus an der Viktoriastraße, an der AOK Bäckerstraße, am Parkplatz Salfordbrücke, am Preußenbahnhof, am LünTec und an der WBG-Wohnsiedlung Veilchenweg in Niederaden geplant. Hinter dem Lippe Bad sei ein Schnellladeplatz geplant, konkrete Planungen begännen im Laufe des Jahres.

Von 56. 688 in Lünen gemeldeten Fahrzeugen sind 48 E-Fahrzeuge (1.3.18). Im April 2017 waren es noch 28, meldet der Kreis Unna.

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