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Geheimnis des Bombers gelüftet

BRAMBAUER Das Geheimnis um den 1943 abgestürzten Lancaster-Bomber ist keines mehr: Horst A. Münter aus Dortmund weiß (fast) alles über das Schicksal des britischen Flugzeuges und seiner Besatzung.

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Horst A. Münter suchte 1993 an der Absturzstelle mit einem Metalldetektor nach Wrackteilen: und fand sie.

Der viermotorige Bomber vom Typ Lancaster.

Danach wurde die viermotorige Lancaster am Freitag, 12. März 1943, über dem Dortmunder Hafen von Flak getroffen und stürzte über Lünen ab, wenige Meter hinter dem Datteln-Hamm-Kanal. Die komplette Besatzung, sieben Soldaten, kam dabei ums Leben. Die sterblichen Überreste wurden zunächst auf dem so genannten „Ausländerteil“ des Dortmunder Hauptfriedhofes beigesetzt und 1947 auf den Soldatenfriedhof „Reichswald“ bei Kleve überführt, fand Münter heraus, der u.a. im Lüner Stadtarchiv und in britischen Dokumenten recherchierte und Gespräche mit Zeitzeugen führte.

Lehrer im Ruhestand hat bereits 188 Fälle geklärt

Sich auf die Spuren abgeschossener bzw. abgestürzter Kampfflugzeuge zu begeben, ist das große Hobby des Lehrers im Ruhestand. „188 Fälle habe ich schon geklärt“, berichtet er. Schon vor etwa 15 Jahren befasste sich Münter mit der über Lünen abgestürzten Lancaster. Mit einem Metalldetektor suchte er damals die Unglücksstelle ab, fand diverse Teile, darunter einen winzigen Fluchtkompass, getarnt als Manschettenknopf. Der Kompass sollte überlebenden Soldaten nach einem Absturz bei der Orientierung helfen.

Warum kein Absprung?

Doch im Wald am Kanal gab es am 12. März 1943 abends gegen 21.50 Uhr keine Überlebenden. Warum die Besatzungsmitglieder nach dem Treffer über dem Dortmunder Hafen nicht versucht hatten, mit dem Fallschirm abzuspringen, ist auch für den Experten Münter eine der noch offenen Fragen. „Vielleicht wollte der Pilot die Maschine einfach nicht aufgeben“, vermutet der 68-Jährige. Denn er fand auch heraus, dass es der erste Feindflug dieser Besatzung war. Ein Flug in den Tod.

Flugzeug gehörte zur  "100. Bomb Squadron"

Die Namen der sieben Opfer hat Münter aufgelistet. Ihr Flugzeug gehörte zur „100. Bomb Squadron“ (Staffel), stationiert in Grimsby. Das tragische Schicksal des Flugzeuges und seiner Besatzung wurde Jahrzehnte nach Kriegsende noch einmal lebendig, als Hans-Jürgen Pawelzik aus Brambauer an der Absturzstelle Pilze sammelte und Flugzeugteile entdeckte (wir berichteten). Pawelzik kam bei seinen Recherchen, die ihn bis zur britischen Botschaft und zum Flugzeugmotorenhersteller Rolls-Royce führten, nicht weiter. Er konnte nicht ahnen, dass es im nahen Dortmund jemanden gibt, der eine ganze Akte mit allen Details über die „Lüner Lancaster“ zusammen getragen hat.

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Horst A. Münter suchte 1993 an der Absturzstelle mit einem Metalldetektor nach Wrackteilen: und fand sie.

Der viermotorige Bomber vom Typ Lancaster.

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