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Haft für „Bewährungsversager“

LÜNEN Für 14 Monate muss ein vorbestrafter Lüner (26) hinter Gittern. Obwohl die Beweislage erdrückend war, leugnete der drogenabhängige Angeklagte gestern vor dem Schöffengericht fast bis zuletzt den Vorwurf des besonders schweren Diebstahls.

Haft für „Bewährungsversager“

Erst nach der Beweisaufnahme und der Anhörung einer Zeugin konnte dem Angeklagten nach Beratung mit seinem Rechtsanwalt doch noch ein Geständnis entlockt werden: „Ja, ich war´s“, gab er schließlich seine Tat zu.

Am 20. Februar 2007 habe er spät nachmittags auf dem Parkplatz an der Pfarrer-Bremer-Straße die Fahrerscheibe eines Volvo eingeschlagen und ein Navigationsgerät im Wert von rund 300 Euro entwendet. Eine Zeugin, die in einem benachbarten Auto auf ihren Ehemann wartete, hatte den Angeklagten jedoch beobachtet. „Ich dachte mir: was ist der abgebrüht“, sagte die Frau und schilderte, dass der Mann mit dem Ellenbogen die Autoscheibe eingeschlagen hat, um das Navigerät zu stehlen. „Ich habe ihn sofort wieder erkannt“, bestätigte die Zeugin, die den Mann noch am Tattag bei der Polizei zufällig wieder erkannt hat. Im Rahmen eines Folgeeinsatzes hatten Polizeibeamte den Lüner an der Altstadtstraße als „alten Bekannten aufgefischt“ und zur Wache gebracht, wo ihn die Zeugin sah.

Auch sechs Ladendiebstähle, geschehen von April bis Juli 2007 in Lünen und Dortmund, gingen auf das Konto des in Russland geborenen Lüners, der seit 1995 in Deutschland lebt und die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Diese Taten gab der Beschuldigte von vorn herein zu. Das Diebesgut, u.a. Parfum, Whiskey, Zigaretten oder ein Laser-Entfernungsmesser, wurde schnell zu Geld gemacht, um die Heroinsucht zu befriedigen.

Da der Lüner im Rahmen einer Bewährungsstrafe rückfällig wurde und die Sucht scheinbar nicht erfolgreich bekämpfen kann, folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes. „Sie sind ein Bewährungsversager“, so Richter Jan Knappmann.

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