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Unsere Heimat - Die Serie

Heimat ist für Lüner Jugendliche kein einfaches Thema

Lünen Sie haben sich mit dem Thema Heimat im Unterricht beschäftigt. Doch wenn es um die persönliche Sicht auf den Begriff Heimat geht, dann müssen die Schüler ein wenig nachdenken. Ein Gespräch im Gymnasium Altlünen.

Sie sind zwischen 15 bis 17 Jahre alt und haben sich im Einführungskurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 10 mit Rechtspopulismus beschäftigt, ein Thema, bei dem der Begriff Heimat oft benutzt und für propagandistische Zwecke missbraucht wird.

Was ihnen zum Thema „Heimat“ einfällt, war für die Schüler des Altlüner Gymnasiums keine einfache Frage. Aber dann fiel ihnen doch einiges dazu ein. Für die meisten ist Lünen ihre Heimat und die Stadt, in der sie sich wohlfühlen und auskennen.

Unsere Heimat - Die Serie

Was Heimat für die Menschen bedeutet

NRW Noch nie veränderte sich Heimat so schnell wie heute. Mit unserer Serie „Heimat“ wollen wir Orientierung bieten und beschäftigen uns dazu mit vielen Facetten eines oft schwierigen Themas.mehr...

  • Zuhause und Familie, das klingt für mich nach Heimat“, meint Merle (16). Sie mag Lünen, kann sich aber gut vorstellen, nach dem Abitur für ein Jahr ans andere Ende der Welt zu gehen – nach Australien: „Meine ältere Schwester hat das auch gemacht.“ Ein Jahr weit weg, das ist für Merle ok, aber ansonsten fühlt sie sich hier, wo ihre Familie lebt daheim.
  • „Heimat, das ist der Ort, aus dem man kommt“, sagt Celine (16), die später verrät, dass sie eigentlich gerne immer in Lünen, oder zumindest im Ruhrgebiet, bleiben möchte: „Bei uns hier ist alles so offen, ich komme mit der Art der Menschen gut klar. Das ist schon ganz anders bei meiner Tante, die in Aachen wohnt.“
  • Nils (17) sieht Lünen als seine Heimat an, obwohl er auch spanische Wurzeln hat. „Ich spreche auch Spanisch und könnte mir vorstellen, nach dem Abi ein Jahr in Barcelona zu arbeiten, einfach mal weg vom Lernen. Oder nach London, da war ich schon zwei Mal. Eine coole Stadt, aber viel zu teuer zum Leben.“

Gesprächsthema Heimat

Reden die Jugendlichen zu Hause über „Heimat“? Merle hat einiges von ihrer Uroma über ihre Heimatstadt Lünen erfahren. „Sie ist 95 und erzählt auch viel, vor allem, wie es ab 1960 hier war. Von der Zeit davor, auch vom Zweiten Weltkrieg, erzählt sie nicht so viel.“

  • Eigentlich eine doppelte Heimat hat Resul (16), denn seine Familie stammt aus der Türkei: „Mein Opa kam in den 1960er Jahren nach Deutschland, seine Kinder und Enkel sind alle hier geboren.“ Trotzdem ist Resuls Großvater als Rentner wieder zurück in seine Heimat Türkei gegangen. „Wir fahren eigentlich jedes Jahr im Sommer in die Türkei, so zwei Wochen zu meinen Großeltern und die übrige Zeit besuchen wir die großen Städte oder fahren in Urlaubsorte“, sagt Resul. Heimat – da fällt dem 16-Jährigen aber als erstes Lünen ein, da, wo er lebt und wo er „hingehört“.
  • Ole (17) kann sich gut vorstellen, nicht sein ganzes Leben in Deutschland zu verbringen. „Ich glaube, ich möchte im Alter, wenn ich nicht mehr arbeiten muss, gerne in die USA ziehen. Ich mag die Mentalität der Leute dort, die amerikanische Art. Wir haben auch Verwandte in den USA.“ Als Rentner in Texas oder Kalifornien zu leben – das wäre für Ole ideal.
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