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Irritationen über Wirkungsgrad

LÜNEN Hat das im Lüner Stummhafen geplante Steinkohlekraftwerk nur einen Wirkungsgrad von 40,1 statt über 45 Prozent?

Irritationen über Wirkungsgrad

So soll das geplante Kraftwerk aussehen.

Die niedrigere Zahl schließt der Arbeitskreis Umwelt und Heimat aus Unterlagen des Investors Trianel mit dem Titel "Ergänzungen zur Immissionsprognose nach TA Luft 2002 gemäß dem aktuellen Planungsstand".

Trianel dementierte umgehend: "Natürlich bleibt es bei einem Wirkungsgrad von knapp über 45 Prozent. Ich weiß nicht, wie der Arbeitskreis Umwelt und Heimat auf die andere Zahl kommt", sagte Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel Power Kohlekraftwerk.

Fest steht jetzt, so Ungethüm, dass der Kühlturm 160 Meter hoch gebaut werden muss. Der Geschäftsführer hatte in verschiedenen Diskussionen 148 Meter genannt. "Wir wollten mit weniger Höhe auskommen, doch unser Anlagenbauer hat uns mitgeteilt, dass 160 Meter erforderlich sind. Diese Höhe stand auch von Anfang an im Genehmigungsantrag", betonte Ungethüm.

Leistung abgesenkt

Die elektrische Leistung sei in den aktualisierten Unterlagen von 890 auf 820 Megawatt brutto abgesenkt worden, die Feuerungswärmeleistung von 1860 auf 1700 MW. Die elektrische Leistung nette liege unverändert bei 750 MW.

Die neue Immissionsprognose habe Trianel auf Wunsch des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW erstellt. "Dort wird seit März ein Rechenprogramm in einer neuen Version verwendet. Als wir unsere erste Prognose abgegeben haben, arbeitete das LANUV noch mit der alten Version", sagt Ungethüm zur Begründung.

Neue Prognose

Auch nach der neuen Prognose erfülle das Kraftwerk das so genannte "Irrelevanz-Kriterium". Heißt: Die zu erwartende Zusatzbelastung sei laut Gesetz als "unbedeutend" anzusehen.

Die Naturschutzverbände sehen die überarbeitete Prognose kritischer. Sie fragen sich zum Beispiel, ob die Auswirkungen eines möglichen zusätzlichen 750-MW-Block der Steag in Lünen mit berechnet wurden. Zudem hätten sie kaum Zeit, sich in die Unterlagen einzuarbeiten.

Erörterungstermin

Am 28. August um 10 Uhr beginnt im Hansesaal der öffentliche Erörterungstermin der Bezirksregierung Arnsberg zum Kraftwerksbau. Die Naturschutzverbände rufen Einwender und Öffentlichkeit zur Teilnahme auf.

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