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Lüner Verbraucherberatung informiert

Irrtümer pflastern den Alltag von Verbrauchern

Lünen Verbraucher haben es nicht leicht – auch weil Irrtümer ihren Weg pflastern. Zum Weltverbrauchertag am 15. März informierte die Lüner Beratungsstelle darüber, was stimmt und was nicht.

Irrtümer pflastern den Alltag von Verbrauchern

Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung, informierte zum Weltverbrauchertag den Ersten Beigeordneten Horst Müller-Baß über verbreitete Irrtümer. Foto: Beate Rottgardt

Der Alltag für Verbraucher ist komplexer geworden, sagt Jutta Gülzow. Als Leiterin der Lüner Verbraucherberatung, Kirchstraße 12, hat sie beinahe täglich mit Irrtümern zu tun, die sich hartnäckig halten und bei den Betroffenen für Ärger sorgen.

Beispielsweise glauben viele Verbraucher, Verträge seien nur mit Unterschrift gültig. „Verbindlich sind Kaufverträge nicht nur durch Unterschriften. Man denke nur an den Brötchenkauf beim Bäcker. Da kommt auch ein Vertrag zustande – weil der eine etwas will und der andere bereit ist, ihm die Ware zum vereinbarten Preis zu geben.“ In Schriftform sind Verträge beispielsweise beim Abschluss eines Kredits oder beim Hauskauf, der auch von einem Notar beglaubigt werden muss, notwendig. Gülzow: „Wenn man telefonisch etwas bestellt, dann ist das auch bindend.“

Preisauszeichnungen nicht bindend

Apropos bindend – das sind Preisauszeichnungen nicht immer. Gülzow: „Wenn ein Preis an einer Ware steht, ist das noch kein Vertrag mit bindendem Preis. Wenn der Kunde an der Kasse auf dem Preis besteht, muss der Händler sich nicht darauf einlassen.“ Maßgeblich sei immer der Preis, über den sich Käufer und Verkäufer an der Kasse verständigen. Nicht gestattet ist allerdings, wenn ein Händler laufend mit angeblich günstigen Preisen wirbt und dann immer an der Kasse ein höherer Preis für die beworbene Ware verlangt wird.

Umtausch ist Kulanzsache

Ein weit verbreiteter Irrtum von Verbrauchern betrifft den Umtausch. Wenn die Farbe des gerade gekauften Pullover zuhause nicht mehr gefällt oder die Vase nicht zur Einrichtung passt, kann man die Waren nicht automatisch umtauschen. „Die meisten Händler sind allerdings so kulant und erstatten entweder den Kaufpreis oder stellen einen Warengutschein aus“, so die Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Aber verpflichtet sind sie dazu nicht. Beim Kauf von teuren Waren in Geschäften sollte man sich im Laden nach Umtauschbedingungen erkundigen und sich diese – auf dem Kassenbon – schriftlich bestätigen lassen. Im Internet hat man ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Verwechselt werden oft Garantie und Gewährleistung. Allerdings gibt es da große Unterschiede. Garantie ist eine freiwillige Zusage von Herstellern, für Qualität oder Funktionstüchtigkeit ihrer Produkte geradezustehen. Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben – für zwei Jahre – und muss nicht extra vereinbart werden.

Hat eine Ware nach dem Kauf Mängel, kann der Händler die Ware reparieren oder durch fehlerfreie ersetzen. Erst wenn das nicht funktioniert, können Kunden vom Kaufvertrag zurücktreten und die Erstattung des Kaufpreises verlangen, so Jutta Gülzow.

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