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Kraftwerksausbau: Hat sich Steag auf Lünen festgelegt?

LÜNEN Erweitert die Steag ihr Lüner Kraftwerk um einen weiteren Block oder nicht? Diese Frage stellt sich, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit Wettbewerber Trianel die "Kraftwerksmaschinenleitung Lünen GmbH" gegründet hat.

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Kraftwerksausbau: Hat sich Steag auf Lünen festgelegt?

Das Steag-Kraftwerk an der Moltkestraße.

Diese Firma könnte den Anschluss durch das Mühlenbachtal an das RWE-Stromnetz am Umspannwerk Knepper in Dortmund-Mengede planen, bauen und betreiben.

Für den Fall nämlich, dass nicht nur Trianel sein neues Kraftwerk im Stummhafen baut, sondern auch die Steag ihre Anlage erweitert. Sollte eines der Unternehmen zurückziehen, würde der Bau einer Leitung nach Waltrop reichen. Trianel-Projektleiter Manfred Ungethüm: "Wir ziehen nicht zurück."

Bisher hieß es seitens der Steag stets, die Entscheidung über einen weiteren Kraftwerksblock in Lünen sei offen und werde Ende des Jahres fallen.

Überraschung

Umsomehr überraschte eine Aussage während eines so genannten Scoping-Termins der Bezirksregierung Arnsberg, bei dem es um die besagte Stromtrasse ging. "Herr Vogel (Steag) hat bestätigt, dass die Steag einen Antrag auf Planfeststellung bis Ende 2007 einreichen würde; der Baubeginn sei für Anfang 2008, die Inbetriebnahme für 2012 vorgesehen", wunderte sich Thomas Matthée, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat e.V. und Sprecher der Bürgerinitiative "Kontra Kohle Kraftwerk" (BI). Die Kraftwerkgegner fragen sich jetzt: Ist bei der Steag die Entscheidung für eine Erweiterung am Standort Lünen längst gefallen?

Bürger informieren

Der Zeitpunkt 2008 für einen Baubeginn der Steag erscheint Fachleuten jedoch recht früh. Denn zurzeit werden viele Kraftwerke gebaut, es gebe so schnell keine verfügbaren Kessel, seit Mitte letzten Jahres seien die Kosten um 60 Prozent gestiegen. Das drückt auf die Wirtschaftlichkeit.

Der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat findet, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht darauf haben zu erfahren, was in Lünen gebaut wird.

Die Bürgerinitiative wird auch weiterhin bis zum Erörterungstermin zum Trianel-Kraftwerk am 28. August im Hansesaal Unterschriften sammeln. Inzwischen hat sie 9000 zusammen.

Am 21. August lädt die BI um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung für Einwender in die Stadtinsel, Friedrichstraße, um die Modalitäten zu erläutern. Die BI rechnet damit, dass das Kraftwerk genehmigt wird. "Wir kämpfen gegen Goliath." Doch Matthée ist "gedämpft optimistisch". Vielleicht werde es ja Auflagen oder Einschränkungen geben. Wenn der Genehmigungsbescheid vorliegt, werde die BI weitere Schritte prüfen, darunter auch Beschwerde oder Klage.

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