Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Lebensspendend ? und gefährlich

Apothekerin Streich rät: Vorsicht mit der Sonne bei Medikamenteneinnahme

Lünen Dr. Susanne Streich ?Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts? heißt ein Sprichwort. Deshalb geben wir unseren Leserinnen und Lesern einmal im Monat einen Gesundheitstipp. Autorin ist die Lüner Apothekerin (Foto). Heute geht es um die UV-Strahlung der Sonne. Sonnenlicht ist wichtig für den Organismus, weil es vor Depressionen schützen kann und die Produktion von Vitamin D ankurbelt. Wenn wir von ?Sonne tanken? sprechen, dann nutzen wir tatsächlich die Sonnenenergie. Urlaub auf der Südhalbkugel oder Solarien dienen vielen Menschen etwa als Ersatz für die fehlende Sonne im Winter. Doch wer Medikamente einnehmen muss, sollte aufmerksam seinen Beipackzettel lesen oder vorsorglich seinen Apotheker fragen. Denn zahlreiche Medikamente reagieren mit der UV-Strahlung und können beim Patienten eine Fotosensibilisierung hervorrufen. Diese kann sich im wesentlichen auf zwei Arten äußern: als fototoxische oder als fotoallergische Reaktion. Fototoxische, ?vergiftungsähnliche? Reaktionen können schon nach der ersten Anwendung des Arzneimittels auftreten, wenn die Dosierung und die UV-Strahlung entsprechend hoch sind. Die Sonnenbrand ähnlichen Erscheinungen gehen mit Wassereinlagerungen, Blasen und Pigmentierung einher. Bei der Einnahme von Tetracyclinen (ein Antibiotikum) kann es sogar zur Ablösung der Fingernägel kommen. Fotoallergische Reaktionen treten hingegen nie nach der ersten Anwendung auf, da im Immunsystem zunächst eine Allergie ausgelöst wird. Anzeichen einer Fotoallergie sind Hautrötungen und Juckreiz. Sowohl innerlich wie auch äußerlich verabreichte Medikamente können zu Fotosensibilisierungen führen. Risikokandidaten sind Diuretika (Tabletten zum Entwässern), viele Schmerzmittel, einige Antibiotika, Malariamittel, Medikamente zur Behandlung von Psychosen und Depressionen, Herz-Kreislauf-Mittel, Epilepsie- und Allergiemedikamente sowie Virenhemmer. Nicht jeder Patient ist gleichermaßen betroffen. Hauttyp und Bräunungsgrad, Hautdicke, -temperatur, -feuchtigkeit und Behaarung spielen eine große Rolle. Vorbeugend kann man sich durch Anwendung einer Sonnencreme mit hohem UV-A-Faktor und durch textilen UV-Schutz schützen. Bei ersten Anzeichen einer Fotosensibilisierung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Anzeige
Anzeige