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Lüner Eltern kritisieren Schreiben nach Gehör

Schulleiter sehen Methoden-Diskussion gelassen

Lünen Wenn Kinder-Texte in der Grundschule erst einmal voller Fehler sind, schrillen bei vielen Eltern die Alarmglocken. Die Schulministerin hat Veränderungen angekündigt – Schulleiter sehen aber gar keinen Bedarf.

Schulleiter sehen Methoden-Diskussion gelassen

Wie sollen Kinder Schreiben lernen? Darüber wird viel diskutiert. Foto: picture alliance / dpa-tmn

Bei der Methode Schreiben nach Gehör verfassen die Kinder ab der ersten Klasse kleine Texte – und zwar genau so, wie sie sie eben hören. Die Lehrer verbessern die zahlreichen Fehler zunächst nicht – so ist zumindest das allgemeine Verständnis der Methode. Deswegen hagelt es auch viel Kritik, oft von Eltern:

Wir haben Eltern auf Facebook nach ihren Erfahrungen mit der Methode gefragt. Auch dort waren die meisten Reaktionen negativ:

Eine anderer Nutzer schreibt sogar:

Schulministerin Yvonne Gebauer setzt auf den „Masterplan Grundschule“, der eine Reaktion darauf ist, dass die NRW-Schüler in den letzten Studien mit Blick auf die Mathematik- und Rechtschreibkompetenzen schlechter abgeschnitten haben.

Ministerin Gebauer sagt: „Im ersten Schuljahr macht die Methode von Jürgen Reichen in meinen Augen noch Sinn, um die Kinder zum Schreiben zu bringen. Aber eben immer begleitet durch einen verbindlichen Grundwortschatz.“ Der ist auf den Weg gebracht. Es müsse, so Gebauer, von Beginn an auf die Rechtschreibung geachtet werden. Die Methode solle nur noch bis zum Ende des ersten Schuljahres angewendet werden.

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In der Praxis berichten Leiter von Lüner Grundschulen allerdings, dass die Kinder ohnehin spätestens nach dem ersten Schuljahr auf Fehler und Regeln hingewiesen werden.

Start mit kleinen Schritten


Man fängt mit kleinen Schritten an“, sagt zum Beispiel Heidi Sumann, Leiterin der Viktoriaschule, „dann werden aber ganz schnell auch die Regeln der deutschen Rechtschreibung vermittelt.“ Schulministerin Gebauers Vorschlag zielt deshalb wohl größtenteils ins Leere.

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Marcus Seck, stellvertretender Leiter der Elisabethschule in Brambauer, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt: „Man lehrt die Kinder im ersten Schuljahr so, dass sie erst mal von dem gesprochenen Wort ausgehen. Anders geht es auch gar nicht.“

Matthias Flechtner, Leiter der Lüner Leoschule, sieht das ähnlich: „Ich kenne keine einzige Schule, die das Prinzip durchgehend anwendet“, sagt er, „das wäre auch widersinnig.“

Den Schreibfluss nicht hemmen

Im Prinzip laufe es an allen Lüner Grundschulen gleich. In den ersten Schulwochen lernen die Kinder, den Lauten Buchstaben zuzuordnen. Um den Schreibfluss nicht zu hemmen, lasse man die Kinder auch Fehler mit aufschreiben. Im Laufe des ersten Schuljahres kommt dann der Satz: „Ich kann das gut lesen, aber wir Erwachsenen schreiben das so.“

Für die Kinder sei das kein Problem. „Das ist kein Hexenwerk, sondern gesunder Menschenverstand“, sagt er.

Nicht alle Lüner Eltern sehen die Methode übrigens so kritisch, manche berichten auch von positiven Erfahrungen.

Die Diskussion im Überblick:

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