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"Sport ist Sport" - Über das Nein zu Israel

LÜNEN Der deutsch-iranische U-21-Nationalspieler Ashkan Dejagah sagte seine Teilnahme am Fußball-Länderspiel in Israel heute in Israel "aus persönlichen Gründen" ab. Sportredakteur Bernd Janning sprach mit Milan Mikuljanac, Trainer des B-Liga-Spitzenteams SG Gahmen 24/74 und über Jahren Leistungsträger beim Lüner SV 45, über dessen Entscheidung.

"Sport ist Sport" - Über das Nein zu Israel

Milan Mikuljanac ist Serbe, 45 Jahre alt, aktiv bei der SG Gahmen. Er ist ein Fußballtrainer voller Temperament.

Wie sehen Sie diese Entscheidung?Mikuljanac: Das ist sehr schwer zu beurteilen. Wenn er noch Familie hat, die im Iran lebt, und diese bedroht werden könnte, muss er selber wissen, ob er aufläuft. Wenn er nicht aufläuft, kann man seine Entscheidung auch verstehen.

Sie selbst sind Serbe. Hatten oder haben sie Probleme, gegen einen Kroaten zu spielen?Mikuljanac:Das war und ist kein Problem für mich. Sport ist Sport. Die Politik soll sich nicht in den Sport einmischen. Hier in Lünen habe ich ohne alle Probleme mit Goran Miletic zusammengespielt. Und der ist Kroate.

Wie lange leben Sie schon in Lünen?Mikuljanac: Ich bin vor 15 Jahren als im alten Jugoslawien, in Slowenien, der Krieg begann, gekommen.

Sind Sie inzwischen deutscher Staatsbürger?Mikuljanac: Ich bin Serbe, habe keinen deutschen Pass, aber seit zwei Jahren das unbefristete Aufenthaltsrecht in Deutschland.

Hat Ihre Familie die deutsche Staatsangehörigkeit?Mikuljanac: Nein. Meine Frau Natascha, die auch Serbin ist, nicht, auch unsere Söhne Dalibor, 15 Jahre, und Daniel, der gestern zwölf Jahre wurde, nicht. Aber für die Kinder wollen wir wohl die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen. Sie sind hier geboren, aufgewachsen, haben hier ihre Freunde. In Serbien haben sie nur unsere Verwandten, keine Freunde.

Ihre Frau und Sie, bleiben Sie für immer in Deutschland?Mikuljanac: Man weiß nie, was wird. Vielleicht will man, wenn die Kinder groß sind und wir selbst alt, in die Heimat zurück.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich kämpfe"

Zurück zum aktuellen Sport in Lünen. Gahmen galt als der Aufstiegsfavorit, spielte jetzt aber schon einmal unentschieden und kassierte zwei Niederlagen. War es das schon?Mikuljanac: Wer mich kennt, weiß, dass ich kämpfe. Solange es noch eine Chance gibt, gebe ich nicht auf. Wir müssen Sonntag im Spitzenspiel in Deusen punkten. Aber, wenn wir dort untergehen, ist noch nicht alles verloren, sind unserer Chancen nur geringer geworden!

Ihre Mannschaft ist auch multikulturell gemischt...Mikuljanac: Ja, das stimmt. Bei uns spielen Polen, Russen, Marokkaner, Bosnier und natürlich auch Deutsche, ich weiß es nicht genau, glaube, Männer aus sieben oder acht Nationen, Und das immer ohne Probleme!

  

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