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Stundenlohn fiel über Nacht

LÜNEN 20 Monate lang machte eine AWO-Mitarbeiterin aus Lünen ihren Job für zwölf Euro pro Stunde. Dann wurde sie von einer Verleihfirma übernommen und bekam von heute auf morgen nur noch sieben Euro. Seit Freitag beschäftigt ihr Fall das Arbeitsgericht Dortmund.

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Stundenlohn fiel über Nacht

Die 40-jährige Frau war seit Oktober 2005 als Hauswirtschaftshilfe in einem Lüner Seniorenheim beschäftigt. Ihre Verträge wurden immer wieder verlängert, bis die AWO Ende Juni 2007 einen Schlussstrich zog. Keine weiteren Zeitverträge, keine Einstellung auf Dauer.

In ihrer Not bewarb sich die Hilfsarbeiterin bei einer Arbeitnehmer-Verleihfirma, einem Tochterunternehmen der AWO. Und siehe da: Die 40-Jährige durfte weiterarbeiten. Und zwar genau an ihrem alten Platz. Sie wurde einfach an die AWO ausgeliehen. Ein neuer Arbeitsvertrag wurde nach ihren Angaben allerdings nie unterzeichnet. War sie nun also doch weiter AWO-Mitarbeiterin? „Ich stand ja auch auf den ganz normalen Dienstplänen“, sagte sie im Prozess vor der 7. Kammer des Arbeitsgerichts.

Das Gericht hat in diesem Punkt allerdings Zweifel. Bis Mitte September hat die 40-Jährige für sieben Euro in der Stunde gearbeitet. Dann kam die Kündigung, weil sie damit nicht weiter einverstanden war. Ob die Weiterbeschäftigung zu drastisch schlechteren Konditionen in Ordnung war, wurde im Prozess noch nicht geklärt. Die Richterin sagte dazu nur diesen Satz: „Es ist schon interessant, wie mit nicht hoch qualifizierten Arbeitnehmern verfahren wird.“

Den Vorschlag den Arbeitsrechtsstreit mit einer Abfindung von 1500 Euro zu beenden, hat die Lünerin am Freitag abgelehnt. Sie will weiter bei der AWO arbeiten – und zwar unbefristet und zu alten Konditionen. „Mir ist mein Arbeitsplatz wichtiger als eine Abfindung“, sagte sie am Rande des Prozesses. Eine Entscheidung fällt frühestens im Januar.

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