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Mahnmal für getöteten Radfahrer aufgestellt

Unfallopfer hinterlässt Frau und drei Kinder

Lünen Das erste „Ghost Bike“ in Lünen erinnert an der Kreuzung Preußenstraße/Kurler Straße an den am 2. Mai getöteten Radfahrer. Viele Teilnehmer der Aktion zeigten sich tief betroffen.

Unfallopfer hinterlässt Frau und drei Kinder

In Gedenken an den am 2. Mai getöteten Radfahrer wurde an der Kurler Straße das Ghost Bike, ein weiß lackiertes Fahrrad aufgestellt. Mehr als 50 Menschen hielten eine Schweigeminute ab. Foto: Foto: Beuckelmann

Traurige Stimmung herrschte am Mittwochabend bei einer Gedenkveranstaltung an der Kurler Straße. In Anwesenheit von mehr als 50 Menschen, darunter alleine 25 Radfahrer sowie zahlreiche Freunde, Bekannte, Nachbarn und Anwohner, wurde hier das erste „Ghost Bike“, ein weiß lackiertes Fahrrad, aufgestellt und eine Schweigeminute eingelegt.

Hintergrund: Am 2. Mai spielte sich an der Kreuzung eine schreckliche Szene ab – ein abbiegender LKW schleifte einen 58-jährigen Fahrradfahrer zu Tode (wir berichteten). Der Lünen-Süder hinterlässt eine Frau und drei Kinder. „In den letzten zwölf Jahren wurden in Lünen allein bei Zusammenstößen mit rechtsabbiegenden Lastwagen vier Radler getötet“, beklagte Jürgen Heidenreich vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Lünen (ADFC) in seiner Rede.

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Er betonte: „Als Zeichen für unser Mitgefühl stellen wir deshalb an diesem Ort ein weißes Fahrrad, das erste Ghost Bike in Lünen, auf. In Erinnerung an das Geschehen rufen wir damit alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme auf.“

Tour über 28 Kilometer

Das weiße Fahrrad wurde zur Verfügung gestellt von Radfreunden aus Dortmund: Velo City Ruhr, Critical Mass, Velo Kitchen und Verkehrsclub Deutschland, die am Mittwoch im Rahmen eines Fahrradkorsos eine 28 Kilometer lange Tour von Dortmund nach Lünen machten und dabei zum Teil in strömendem Regen drei Unfallstellen besuchten, an denen Radler ums Leben kamen. Die Fahrt wurde von der Polizei mit acht Kradfahrern und zwei Streifenwagen begleitet und abgesichert.

„Immer die Dummen“

Nach der Schweigeminute befestigte Norbert Paul, Anmelder der Aktion, einen Blumenstrauß am Gepäckträger des Fahrrades. „Die Radfahrer sind immer die Dummen, gerade wenn es in Kurven geht. Ist denn ein Menschenleben nichts wert?“, fragte Brigitte Pietsch und wünschte sich von der Politik, dass bei LKW technische Regelungen – etwa Sensoren zur Erkennung von Radfahrern im toten Winkel – als Pflicht eingeführt werden sollten.

Ihr Sohn Ulrich sagte: „Mich hätte es genauso erwischen können.“ Er befahre mit seinem Rad oft die Stelle, an der der Unfall geschehen ist. Als Anwohnerin kritisierte Marina Lorson, dass die Verkehrsführung hier nicht optimal sei.

„Ich bin positiv überrascht, dass so viele Leute gekommen sind“, freute sich Jürgen Heidenreich über die Resonanz.

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