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Vernehmung weiterer Zeugen verzögert Urteil

LÜNEN Das Urteil im Prozess um den spektakulären "Mordfall Roßdeutscher" verzögert sich weiter. Statt wie geplant die Plädoyers zu hören, mussten die Richter des Dortmunder Schwurgerichts gestern weitere Zeugen vernehmen.

Vernehmung weiterer Zeugen verzögert Urteil

Mordopfer Angelika Roßdeutscher.

Kurios: Ausgerechnet ein Mann, der sonst eher fürs Fragen zuständig ist, musste der Kammer Rede und Antwort stehen. Staatsanwalt Heiko Artkämper sollte sich noch einmal an die Vernehmung des Angeklagten (38) beim Dortmunder Haftrichter erinnern. In welcher Verfassung war der Zeitungs-Werber, als er kurz nach seiner Festnahme den Mord an der Wernerin Angelika Roßdeutscher zugab?

Kein Hinweis auf Drogen

Immerhin hat der Angeklagte sein Geständnis inzwischen widerrufen, indem er behauptet, er sei bei der Vernehmung absolut übermüdet und außerdem von einer Feier am Vorabend geschwächt gewesen. Heiko Artkämper: "Es gab aber keine Hinweise auf Müdigkeit und Drogen. Er ist absolut rational vorgegangen." Der Staatsanwalt erinnerte sich noch genau an die Situation. Der 38-Jährige habe sehr gelassen gewirkt und auf mehrere Fragen mit lapidaren Gegenfragen gekontert. Erst als Artkämper eine Flasche als mögliches Mord-Werkzeug ins Gespräch gebracht habe, sei es "mit der Coolness und Gelassenheit vorbei" gewesen.

Mit Sektflasche erschlagen

Der Angeklagte habe daraufhin gestanden, Angelika Roßdeutscher mit einer Sektflasche erschlagen zu haben. Die Leiche war im Februar 1992 - ein Jahr nach dem Verschwinden der Frau - in einem Waldstück bei Fröndenberg gefunden worden.

Am nächsten Verhandlungstag, 20. August, soll nun auch noch eine frühere Praktikantin der Polizei vernommen werden, die ebenfalls bei der Vernehmung des Angeklagten anwesend war.

Das Urteil wird nicht vor dem 24. August gesprochen werden.

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