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Vom Stamme "Extra"

WETHMAR "Königreich Wethmar", schwarzer Schützenrock statt grünem. Corpsgeist statt schlapper Lass-die-mal-machen-Mentalität. Der Schützenverein Wethmar ist offenbar vom Stamme "Extra". Wir interviewten den Vorsitzenden, Hans-Wilhelm Melchers.

Vom Stamme "Extra"

Hans-Wilhelm Melchers: Seit 13 Jahren Vorsitzender der Wethmarer Schützen.

 

Schützenvereins-Vorsitzender, wie ist das?

Melchers: Wie das ist? Tja, wie ist das? Toll ist das. Ich stehe zu meiner Aufgabe, die einen voll fordert, vor allem im Hinblick darauf, dass ich ja in Bielefeld wohne und nicht in Wethmar.

Wethmars Schützen, wie sind die?

Melchers: Etwas Besonderes würde ich sagen.

Bescheiden, bescheiden. Bitte mehr.

Melchers: Nein, ganz im Ernst, das liegt wohl auch daran, dass Wethmar bis zur kommunalen Neuordnung eigenständig war und sich mehr am Münsterland orientiert hat. Das hat auch die Menschen hier geprägt und zu einem ganz besonders ausgeprägten Zusammenhalt in den Vereinen, wie dem unsrigen, geführt.

Geht das, in Bielefeld wohnen und in Wethmar den Schützenverein leiten?

Melchers: Prima sogar, aber das funktioniert auch nur, weil ich im Vorstand tolle Kollegen habe und die Kommunikation untereinander hervorragend ist. Man kann mir alles vorwerfen, aber eines nicht, dass ich nicht jederzeit für den Schützenverein da wäre.

König und Kaiser

Jemals den Finger im Honig gehabt, jemals Schützenkönig gewesen?

Melchers: Ja, Schützenkönig war ich 1972 und Kaiser 1983.

Wie stark ist der Verein?

Melchers: Wir haben 268 Mitglieder, ich meine, richtige Mitglieder, verstehen Sie?

Nicht ganz. Gibt´s auch falsche?

Melchers : Ja, Karteileichen, in großen Vereinen sind doch viele nur Mitglied aus gesellschaftlichen Gründen, aber in Wethmar wird man Schütze, weil das in der Familie Brauch ist oder es einem selbst am Herzen liegt. Und das macht am Ende Gemeinschaft aus.

Schwarzer Schützenrock

Schwarzer Schützenrock, wieso?

Melchers: Ganz einfach, als unser Schützenverein 1954 wiedergegründet wurde, er ging ja 1900 aus dem Schützenverein Nordlünen-Alstedde hervor, hatten unsere Männer kein Geld, sich grüne Uniformjacken zu kaufen, aber einen schwarzen Anzug, den hatte jeder.

Und was heißt "Königreich Wethmar"? Alles Windsors oder was?

Melchers : Schön wär´s, nein, so haben uns früher die auswärtigen Verein genannt, in Anspielung auf Wethmars Blüte, als die Westfalia ein großer und erfolgreicher Arbeitgeber und Steuerzahler war und ganz Wethmar davon profitiert hat.

Ihr Image bei den Schützen?

Melchers : Schwer zu sagen.

Versuchen Sie´s. Uns zuliebe.

Melchers : Eines vorweg, man kann es nicht allen Recht machen.

Aber ich kann doch wohl für meine Person in Anspruch nehmen, dass ich trotz der Entfernung immer für den Verein zur Verfügung gestanden habe und auch stehe. Das bleibt auch so bis zur nächsten Wahl Anfang nächsten Jahres.

Nochmal Lust?

Melchers: Das ist nicht allein meine Entscheidung. Aber wenn, dann wäre es auf jeden Fall meine letzte Amtszeit. Ich bin jetzt seit 1994 Vorsitzender. Das sind 13 Jahre.

Danke. Ihre Prognose für den Schützenverein bis, sagen wir mal, 2020?

Melchers: Es wird grundlegende Veränderungen geben, ganz sicher. Für uns ist die Festplatz-Frage fast eine existenzielle. Was wird, wenn die Hauptschule geschlossen und abgerissen wird?

Da ist doch unser Festplatz. Aber eines bleibt, unser Schützenverein. Stark genug sind wir, verlassen Sie sich drauf.

 

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