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Vorbehalte gegen EU-Aufnahme abbauen

LÜNEN Vorbehalte gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU gibt es bei vielen Deutschen. Aber auch in der Türkei selbst. Ein EU-Projekt mit Lüner Beteiligung nimmt sich des Themas an.

Vorbehalte gegen EU-Aufnahme abbauen

Das Projektteam um Kenan Kücük (4.v.l.) und Dr. Murat Cagatay (5.v.l.) hatte heute Generalkonsul Dr. Hakan Akbulut (3.v.l.) und den Europaabgeordneten Bernhard Rapkay (3.v.r.) zu Gast.

Murat Cagatay ist überzeugt: Wenn Menschen zum EU-Beitritt der Türkei ja oder nein sagen, „dann sind diese Antworten meistens auf Vorurteilen gegründet und nicht auf fundierter Information“. Daran möchte der Geschäftsführer des türkischen Vereins „Interkultureller Dialog und Transfer“ etwas ändern. In Kooperation mit dem Multikulturellen Forum Lünen (MKF) schickt der Verein Kamerateams auf die Reise durch Deutschland und die Türkei. „Wir wollen Deutsche nach ihrem Bild der Türken befragen und Türken nach ihrer Meinung über Deutsche“, kündigte Cagatay an.

Film von zwei Stunden geplant

Die Interviews finden statt bei Deutschen in Deutschland, bei Türken in Deutschland, bei Deutschen in der Türkei und bei Türken in der Türkei. Ein Film von etwa zwei Stunden Länge soll so entstehen und von deutschen wie türkischen Fernsehsendern gezeigt werden. „Wir wollen Informationsbrücken bauen und gegenseitiges Verständnis ermöglichen“, erläuterte Kenan Kücük, Geschäftsführer des MKF. Je 5000 Euro steuern der deutsche und der türkische Projektpartner zu den Kosten bei, 90 000 kommen von der Europäischen Kommission.

Ziel ist eine weltoffene Gesellschaft

Das Projekt passe hervorragend zum „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs“, so der Dortmunder SPD-Europaabgeordnete Bernhard Rapkay. Ziel sei eine weltoffene Gesellschaft, „die kulturelle Vielfalt akzeptiert und gemeinsame Werte unterstützt.“ Dr. Hakan Akbulut, seit drei Monaten neuer türkischer Generalkonsul in Essen, bezeichnete den EU-Beitritt als eines der größten Projekte seines Landes überhaupt. Die Beitrittsverhandlungen seien eine Meilenstein und die EU ein Vorbild für Integration. Aus seiner Sicht am wichtigsten sei der zivilgesellschaftliche Dialog. „Wenn die Völker sich nicht annähern kann das Projekt nicht erfolgreich sein.“

Keine weiteren Hürden aufbauen

Der Konsul appellierte aber an die Europapolitiker, keine weiteren Hürden mehr aufzubauen, wenn die Türkei alle Beitrittskriterien erfülle. „Die Verhandlungen werden mit dem Ziel des Beitritts geführt, nicht mit dem Ziel von irgendwas. Wie lange sie dauern, ist eine andere Frage“, sagte Europaparlamentarier Rapkay.

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