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Tierschutzverein sucht Fläche im Stadtgebiet

Katzen brauchen neues Grundstück in Lünen

Sie sind zwar alt, aber noch ganz fit: Zehn Katzen leben frei auf einem alten Brachgelände der Stadtwerke. Doch dort dürfen sie nicht mehr lange bleiben. Die Suche nach einem neuen Grundstück aber gestaltet sich schwierig.

Lünen-Süd

von Martina Niehaus

, 01.06.2018
Tierschutzverein sucht Fläche im Stadtgebiet

Stefanie Hirschfelder vom Lüner Tierschutzverein muss das Grundstück, auf dem sie die Katzen betreut, irgendwann räumen.niehaus © Foto Niehaus

Eine verwilderte Brachfläche im Lüner Süden ist das Revier von rund zehn Katzen, um die sich der Tierschutzverein kümmert. Doch jetzt sucht die Vorsitzende Stefanie Hirschfelder verzweifelt eine neue Fläche für die Tiere. Nach dem Ratsbeschluss, für den Bereich einen Bebauungsplan aufzustellen, ist allen Pächtern Ende letzten Jahres gekündigt worden.

Seit 2013 hat der Verein offiziell eine Parzelle auf dem Gelände der Stadtwerke an der Sedanstraße gepachtet. Auch viele Anwohner bauen dort auf Parzellen Gemüse an.

Schwierige Suche

Die „wilden“ Freigänger haben schon einige Jahre auf dem Katzenbuckel. Wenn aber der graue Opel von Stefanie Hirschfelder am Straßenrand parkt, kommen die Senioren blitzschnell angeflitzt. Sie wissen: Es ist Futterzeit!

Die 49-Jährige kümmert sich ehrenamtlich um eine der Futterstellen auf Lüner Gebiet. Insgesamt 100 Katzen bekommen täglich ihr Futter an verschiedenen Stellen. Rund 35 aktive „Fütterer“ gibt es; viele der Helfer sind junge Familien. Die Katzen werden auch kastriert oder sterilisiert, verletzte Tiere müssen zum Tierarzt gebracht werden. Die Zusammenarbeit mit den vier Tierärzten der Stadt klappt gut.

Doch die Futterstelle im Süden muss nun irgendwann geräumt werden. „Eigentlich müssen wir Ende September weg sein, aber die Stadtwerke hatten netterweise erlaubt, dass die Tiere noch etwas darüber hinaus bleiben dürfen“, sagt Stefanie Hirschfelder.

Ein Umzug braucht seine Zeit

Denn die Suche ist schwierig – obwohl sich der Verein schon Ende 2017 mit der Stadt Lünen in Verbindung gesetzt hatte. „Damals hieß es, die Stadt würde sich um ein Ersatzgelände bemühen“, erzählt Hirschfelder.

Die Suche dauert. Ein Gelände in der Nähe des Südparks sei Anfang April diesen Jahres in Frage gekommen, ein anderes am Krähenort. Das war Ende April. „Ich bekam auf meine telefonischen Nachfragen immer wieder die Info, dass diese Gelände nicht geeignet seien.“

Das Problem: Stefanie Hirschfelder kann nicht mehr lange warten. Denn freilaufende Katzen können nicht einfach auf ein neues Gelände gebracht werden. „Dann laufen sie sofort zum alten Standort zurück.“ Deshalb müssen die Tiere, einzeln oder höchstens zu zweit, eingewöhnt werden. „Sie kämen zunächst in eine Art Gartenhütte, bis sie sich nach einiger Zeit an die neue Umgebung gewöhnt haben.“ Das macht mindestens vier Monate „Umzugszeit“.

Keine Unterstützung von der Stadt

Von der Stadt Lünen erfährt Hirschfelder keine Unterstützung. „Der Sachbearbeiter hat mir immer gesagt, dass er damit nichts zu tun hat.“ Die Vorsitzende ist enttäuscht. „Das sind Katzen auf Stadtgebiet, um die wir uns hier ehrenamtlich kümmern.“ Eigentlich wäre, so Hirschfelder, das Ordnungsamt für die Tiere zuständig. „Wir versorgen sie und bezahlen das alles aus privaten Mitteln und Spenden. Ich verstehe das nicht.“ Deshalb hat sie noch einmal die Stadtwerke um Hilfe gebeten.

„Unser Mitarbeiter bestreitet, dass er dem Tierschutzverein jemals ein Angebot gemacht hat“, sagt Kerstin Schatz von der Pressestelle der Stadt auf Anfrage. Doch jemand muss Stefanie Hirschfelder über die Grundstücke Südpark und Krähenort informiert haben. Der Tierschutzverein habe auf dem Gelände an der Sedanstraße „ja nichts zu suchen gehabt“, sagt Schatz weiter.

Stadtwerke nehmen Probleme ernst

Ob die Stadt den ehrenamtlichen Helfern bei der Suche nach einem Platz helfen könne? Die Antwort darauf ist eindeutig: „Wir können uns ja kein Gelände aus den Fingern saugen.“ Ganz anders klingt da schon die Stellungnahme der Stadtwerke. Norbert Mackel ist dort für Liegenschaften zuständig, und er nimmt die Probleme des Tierschutzvereins ernst. „Wir kümmern uns schon, das haben wir Frau Hirschfelder auch zugesagt. Wir suchen mit Hochdruck eine Ersatzfläche in unserem Bestand.“

Man sei sehr optimistisch, etwas zu finden. „Wir stehen zu unserem Wort.“ Eine kleine Gartenhütte auf einem Grundstück, das eigentlich Brachland ist – die müsste dann allerdings, sagt Mackel, die Stadt absegnen.