Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Gammelkiosk weicht Bestattungshaus

Brambauer Schandfleck wird abgerissen

An der Brechtener Straße gegenüber der Klinik am Park geht es seit Jahren des Stillstands rund: Der Gammelkiosk wird dem Erdboden gleich gemacht. Doch der Weg dahin war äußerst steinig.

Lünen

von Torsten Storks

, 06.06.2018
Gammelkiosk weicht Bestattungshaus

Investor Meik Hibbeln (im Kiosk) und seine Lebensgefährtin Jessica Quante-Madest freuen sich, dass es endlich los geht. Gutes Gelingen wünschten den Beiden am Mittwoch unter anderem Frank Untenberger (Klinik am Park, 3.v.l.) und Brami-Chef Michael Ristovitch (3.v.r.). © Storks

Als Meik Hibbeln, Chef des gleichnamigen Dortmunder Bestattungshauses, am vergangenen Samstag seinen Briefkasten öffnete, wollte der 28-jährige Unternehmer seinen Augen nicht trauen: In der Post lag doch tatsächlich die lang ersehnte Baugenehmigung für den von ihm geplanten Bau eines Bestattungsinstituts an der Brechtener Straße – exakt an der Stelle, wo seit über zehn Jahren ein Kiosk vor sich hin gammelt. Der Schandfleck ist vielen Einwohnern von Lünens größtem Stadtteil ein Dorn im Auge.

Kauf war im September unter Dach und Fach


Wie berichtet, hatten sich für den Abriss des verwahrlosten Kiosks in der Vergangenheit die Geschäftsführung der Klinik am Park, Michael Ristovitch, Chef der Brami-Gemeinschaft, und Klaus Stallmann, Vorsitzender von Haus & Grund, immer wieder stark gemacht. Unabhängig voneinander hatten sie sich schriftlich an die Eigentümer des Kiosk, die Familie Schulze Niehoff (Inhaber von Niehoff Edelbrände & Liköre, Dülmen) mit der Bitte um eine Lösung des städtebaulichen Problems gewandt.

Die Lösung schaute in Person von Meik Hibbeln vorbei. Der Bestatter kaufte der Familie Schulze Niehoff im September 2016 das 500 Quadratmeter große Grundstück samt Kiosk ab. „Ohne Zeit zu verlieren“, machte sich Hibbeln auf den Weg zur Stadt, um dort sein Bauvorhaben vorzustellen, was die Stadt im Oktober 2016 auch gegenüber unserer Redaktion bestätigte: „Der Investor (...) hat hierzu eine Rückmeldung erhalten, die weitere offene und noch zu klärende Fragen enthält“.

Stadt hatte Fragen ohne Ende

Von diesen offenen Fragen hat es laut Hibbeln reichlich gegeben. „Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Gespräche wir geführt haben. Immer wieder gab es neue Auflagen“, sagte Meik Hibbeln Mittwoch vor Ort, als der Bagger für den am Donnerstag (7. Juni) geplanten Abriss des Kiosks anrollte: „Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, die wollen keine Entscheidung treffen.“ Einmal, sagte der Dortmunder Unternehmer weiter, habe es geheißen: „Ohne Fällgenehmigung keine Baugenehmigung, dann hieß es: Ohne Baugenehmigung keine Fällgenehmigung.“

Zu den Verzögerungen teilte die Stadt Mittwoch auf Anfrage mit: „Das Bauvorhaben Hibbeln war hinsichtlich Rahmenbedingungen ziemlich komplex, obwohl das eigentliche Bauvorhaben eher überschaubar ist. Es ging aber um eine schwierige Erschließungssituation gegenüber dem Krankenhaus Brambauer und vor allem um sehr großen schützenswerten Baumbestand, der zum Teil dem Bauvorhaben weichen muss.“ Zudem, hieß es bei der Stadt weiter, sollte dann auch noch ein Teil des Volksparks Brambauer (öffentliche Grünfläche) in Anspruch genommen werden. Laut Hibbeln 76 Quadratmeter. Für all diese Fragen, so die Stadt, „musste eine Lösung gefunden werden. Dies bedurfte auch einiger Abstimmungsgespräche und Beteiligungen (zum Beispiel Kreis Unna). Angesichts dieser Rahmenbedingungen konnte eine vertretbare Lösung gefunden werden.“

Gammelkiosk weicht Bestattungshaus

So soll das Gebäude des Bestattungsinstituts aussehen. © Entwurf: Planungsbüro Lüther

Über eine halbe Million Euro nimmt Investor Meik Hibbeln für den Bau des zweigeschossigen Bestattungsinstituts in die Hand. Im Erdgeschoss entsteht auf einer Fläche von 200 Quadratmetern – neben Büros und einer Ausstellung rund um das Thema Bestattungen – ein großer Abschiedsraum. Das Obergeschoss ist für eine Betriebswohnung verplant. Im Außenbereich gibt es eine Ausstellungsfläche für Grabmale. Der Neubau soll Anfang 2019 stehen. „Das Ganze“, da ist sich Meik Hibbeln, der auch Vorstand der „Volksparkfreunde Brambauer“ ist, absolut sicher, „wird auch zu einer Aufwertung des Volksparks führen.“ Davon zeigte sich Mittwoch auch Frank Untenberger, Verwaltungsleiter der Klinik am Park, überzeugt: „Wir sind wirklich froh, dass wir nicht länger mit dem Schandfleck leben müssen. Wir begrüßen das Engagement von Herrn Hibbeln ausdrücklich. Schade, dass er zeitweise so viele Probleme mit der Umsetzung des Projekts hatte. “

Brami-Chef Michael Ristovitch sagte: „Endlich geht es los. Das war im Sinne Brambauers, im Sinne der Klinik, im Sinne des Volksparks, längst überfällig. Ich möchte gerne wissen, warum das mal wieder so lange gedauert hat bei der Stadt.“