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Wer wird die Nummer 1?

LÜNEN Geliebt haben sie sich nie, manches Mal sogar angefeindet. Jetzt treffen der Lüner SV und BV Brambauer wieder in der Verbandsliga aufeinander.

 

Lüner SV und BV Brambauer, das ist die inzwischen schon 60-jährige Geschichte des Lüner Fußballs, eine Geschichte der Siege und Niederlagen, der Freude und der Trauer, des Könnens und des täglichen Versagens. Für den heutigen Nachwuchs liest sie sich wie ein Fußball-Märchen.

Ab und an waren sich die Vorstände beider Lüner Vereine gar nicht grün. Den meisten Spielern war es meist wurst.  Sie liefen dort auf, wo sie sich und ihre Geldbörse sich am wohlsten fühlte. Auf Anhieb fällt auch ein Trainer ein, der beider Herren diente: Dieter Zorc, Amateur-Nationalspieler und in der Regionalliga-Elf des Lüner SV aktiv. Heute führen an der Linie die Bördeling-Brüder Regie - Mark beim Lüner SV und Dirk beim BV Brambauer.

Fast Deutscher Amateur-Meister

Dass der Lüner SV fast Deutscher Amateur-Meister geworden wäre, in der Regionalliga auch Borussia Dortmund - ei, was machen die denn heute - gegenüber stand, lang ist es her.

Dass der BV Brambauer im Duell gegen Arminia Bielefeld - wie oft sind die schon aus der Bundesliga abgestiegen? - den Sprung ins Profi-Lager verpasste, ist das anderen als Insidern bekannt?

Lüner SV, zuletzt im unteren Verbandsliga-Drittel, BV Brambauer, zuletzt Landesliga-Spitze und aktueller Aufsteiger - das war und ist immer der Versuch, ehrlichen Fußball zu zeigen, im oberen Amateur-Bereich.

Konkurrenz aus Dortmund

Gegen Borussia Dortmund mit einem über 80.000 Zuschauer fassenden Stadion und einem nur so von Millionen strotzenden Etat, ist in der Lüner Kampfbahn Schwansbell und in der Brambauer Glückauf-Arena mit ihren jeweils unter 10.000 Plätzen noch kein Kraut gewachsen.

Kleiner und vielleicht auch feiner - mit zwei Dutzend Orts-Duellen um Punkte nach dem Weltkrieg Nummer zwei - sorgten die beiden größten Fußball-Klubs der Stadt nicht nur für Kurzweil. Sie lockten in diesen Spielen auch fast 80.000 Fans an. Sind das nicht im Schnitt über 3.000 Besucher, Besucher, von denen heute zwischen Zweiter, Regional- und Oberliga die meisten Kassierer nur träumen?

Was später auf dem Computer festgehalten wurde, hat den einen oder anderen Absturz nicht überlebt. Vielleicht findet der eine oder andere Chronist noch bessere Daten in seinem Archiv...

Noch in den 70er und 80er Jahren lockten neben der Meisterschafts- auch Freundschaftsspiele zwischen LSV und BVB die Fans. Zwischen 500 und 800 schauten selbst bei diesen Kicks um Nichts - den Testspielen - zu.

Lünen und Brambauer standen sich bisher 24 Mal in Meisterschafts-Spielen gegenüber - die Vereins-Statistiker mögen hier verzeihen. Alles Schriftliche aus den fast 60 letzten Jahren ist nicht mehr vorhanden ... .

Brambauer vorne

Immer noch verbucht die Mannschaft aus Brambauer einen kleinen Vorsprung. Sie erzielte sowohl vier Punkte als auch fünf Tore mehr. Der BVB erreichte gegen den LSV 26:22 Punkte und 50:45 Tore, 95 insgesamt, vier im Schnitt pro Spiel. Die 24 Ortsduelle verfolgten bisher 77.250 Zuschauer. Das entspricht dem phantastischen Schnitt von fast 3.300 Besuchern pro Spiel.   

Das erste Verbandsliga-Derby Ende der 70er Jahre gewann der Lüner SV im heimischen Schwansbell Stadion mit 2:1 vor 3.000 Zuschauern. Nientiedt und Berries (erst in der letzten Minute), Varga, der einstige ungarische Weltklassespieler, für Brambauer, trafen. Im Mai dieses Jahres setzte sich Brambauer durch Tore von Meitz und zwei Mal Adams vor 1.950 Zuschauern im Freibadstadion durch. Venzhöfer hatte die Lüner Führung erzielt.

Die meisten Zuschauer kamen in der Saison 62/63, in der der Lüner SV Verbandsliga-Meister wurde und in die Regionalliga West aufstieg. In Schwansbell sahen 6.000 einen 6:1-Erfolg des LSV über den BVB. 5.200 waren es in der gleichen Saison, in der Brambauer Vizemeister wurde, beim 5:0-Sieg der Lüner in Brambauer.

In nur einem Spiel kamen weniger als 2.000 Zuschauer - im 22. Derby nach Brambauer, das der BVB im Februar 1980 vor 1.900 Fans durch drei Tore von "Jung-Siegfried!" Baecker und eines von Dreyer mit 4:0 gewann. Das Hinspiel im September 1979 endete in Schwansbell mit 3:3. Vor 3.200 Zuschauern trafen Venzhöfer, Reschke, Barth, Nientiedt per Selbsttor, Katzwinkel und Varga.

Die Mutter aller Lüner Derbies

Zu Beginn der Derbies 46/47 sahen nur 2.300 einen 6:2-Erfolg des BV Brambauer in Lünen. Damals traten beide in der zweit höchsten Spielklasse, der Bezirksklasse, an. Das Rückspiel gewann der BV Brambauer vor 2.500 Zuschauern mit 4:1.

Das nächste Mal standen sich die beiden in der Saison 51/52 wieder in der Landesliga gegenüber. Brambauer gewann beide Spiele mit 3:1 und 4:1 vor 2.700 und 3.300 Zuschauern. Die fünfte und sechste Begegnung fand in der Saison 55/56 statt. In der Bezirksklasse, die durch Schaffung der Verbandsliga drittklassig geworden war. Und wieder gewann Brambauer beide Spiele mit 6:3 und 3:1 vor 3.000 und 2.700 Zuschauern.

Ein Jahr später gewann der BVB in Lünen vor 2.800 Zuschauern mit 3:1. Brambauer kassierte dabei drei Feldverweise. 2.500 sahen einen 1:0-Sieg in Brambauer.

Das erste von insgesamt zwei Unentschieden erlebten 2.900 beim 2:2 in der Saison 57/58 in Lünen. In Brambauer gewannen die Lüner dagegen vor 2.600 Fans mit 2:0. In den beiden Spielen der Saison 74/75 gewann der LSV beide Spiele mit 2:1 vor 3.000 und mit 1:0 vor 3.300 Zuschauern. Höhepunkt und Schluss der Duelle zwischen den beiden stärksten Lüner Klubs war die Saison 80/81.

Im Dezember 1980 sahen in Brambauer 3.000 Fans den 1:0-Erfolg des Lüner SV durch Rudi Berries. Mit dem 4:0 durch "Fitsche" Schwarze, "Helle" Krause und zwei Mal Manni Tapken vor 2.700 Fans sicherte sich Lünen vorzeitig den Aufstieg in die Oberliga.

Das Verbandsliga-Jahr mit der Meisterschaft des LSV verfolgten insgesamt 30.000 Zuschauer.

Im Juli 1981 sahen in Brambauer noch 1.000 Zuschauer das Finale der Stadtmeisterschaft, das der LSV mit 12:11 durch Elfmeter-Schießen gewann.

Dann ging es fast 20 Jahre nur noch abwärts. Der Lüner SV stieg aus Ober- und Verbandsliga bis in die Landesliga ab, der BV Brambauer sogar bis in die Bezirksliga.

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