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Westfalia ist ein Familienpütt

WETHMAR Die Gießerei der früheren Eisenhütte Westfalia wurde im Juli 1988 geschlossen, 120 Mitarbeiter verloren damals ihren Arbeitsplatz und trafen sich jetzt nach 19 Jahren im Restaurant "Westfalenkrug" wieder.

Westfalia ist ein Familienpütt

25 frühere Mitarbeiter aus der Gießerei der "Ollen Hütte" kamen im Restaurant Westfalenkrug zum 19. Wiedersehenstreffen zusammen.

"Der Großteil ging in den Vorruhestand, etwa 15 Kollegen konnten an anderer Stelle im Unternehmen untergebracht werden, die gleiche Anzahl suchte sich einen neuen Job", erzählt Rainer Roch am Freitag im "Westfalenkrug".

Der Organisator der 19. Wiedersehensfeier der ehemaligen Gießereibeschäftigten ist mit Udo Voss der letzte noch aktive Kollege aus der gemeinsamen Zeit. Während Roch die letzten Monate seiner aktiven Arbeitszeit als Former in einem Unternehmen in Wulfen tätig ist, arbeitet Udo Voss bei einer Firma in Bochum.

Ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl

"Zu Hochzeiten waren wir ca. 400 Leute in der Gießerei", weiß Obermeister Manfred Neumann. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen in Berufen, die harte körperliche Arbeit mit sich bringt, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln.

Das gilt auch für die früheren Gießerei-Mitarbeiter. "Anfangs waren wir 56 Kollegen, die sich in Haus Brune trafen. Durch Tod, Krankheit und andere Gründe ist die Zahl der Teilnehmer des zwanglosen Treffens um etwa die Hälfte gesunken: Am Freitag waren es 25 Westfalianer aus Lünen und der näheren Umgebung, die sich über das kameradschaftliche Wiedersehen, den "Formerball", freuten. Obermeister Manfred Neumann kam aus Lippstadt.

Produkte aus Grauguss aller Güteklassen

Die letzten Betriebsleiter waren Konrad Sigismund und Bernhard Terletzki. Produkte aus Grauguss aller Güteklassen wie Maschinenteile, Getriebegehäuse, Maschinenbetten, Grundkörper für viele Maschinen wie Fräsbanke, Dickbänke, die im Bergbau und im Apparatebau Verwendung fanden, verließen die Gießerei.

Aber auch Aufträge z.B. für Kolonnenringe für die Chemoindustrie gingen in der Gießerei ein. Rainer Roch, der heute in Lünen-Süd wohnt, nennt die Westfalia einen "Familienpütt", wo auch sein Vater den Lebensunterhalt in der Werkzeugmacherei verdiente.

Nur noch Kantine und weiße Villa

Dessen frühere Kollegen kennt er noch. Was nach der Blütezeit der "Ollen Hütte" geschehen ist, verfolgen die Ehemaligen aus der Zeitung. Von den früheren Gebäuden steht nur noch die Denkmal geschützte frühere Kantine und die weiße Villa - beide inzwischen an privat verkauft.

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