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"Wie die Maus in der Falle"

LÜNEN "Ich fühlte mich wie eine Maus in der Falle und wollte nur noch raus". So schilderte ein 50-jähriger Mann vor dem Lüner Schöffengericht zwei Stunden voller Angst, die er im März in einer Lüner Wohnung durchlitt.

Der 37-jährige Wohnungsinhaber hatte den Gehbehinderten dort gegen seinen Willen festgehalten und wollte ihn zum Sex zwingen.

"Wenn du es nicht gut machst, bleibst du hier", drohte er nach Aussage des Opfers.

Unter dem Vorwand, sich waschen zu wollen, habe er zunächst vergeblich durch das Esszimmerfenster zu entkommen versucht, sei aber vom Angeklagten entdeckt und wieder ins Wohnzimmer geführt worden. Beim zweiten Versuch sei ihm dann, mit nur einer Gehhilfe, die Flucht in den Garten gelungen, wo er Nachbarn um Hilfe gerufen habe.

Zweite Krücke

Die zweite Krücke blieb in der Wohnung zurück, wo die Polizei sie später fand. Der Angeklagte bezeichnete die Zeugenaussage als "von vorne bis hinten Quatsch". An den Vorwürfen sei rein gar nichts dran: Keine Drohungen, keine versuchte sexuelle Nötigung, keine Freiheitsberaubung, nichts.

Er habe nur ein bisschen Unterhaltung gesucht und mit dem 50-Jährigen Schnaps getrunken. Und über ein Wandbild habe man gesprochen, das der Gehbehinderte malen sollte.

Ein Jahr und ein Monat Freiheitsstrafe wegen versuchter sexueller Nötigung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung lautete das Urteil, ausgesetzt für zwei Jahre zur Bewährung.

"Hier steht Aussage gegen Aussage, aber das führt nicht automatisch dazu, dass man den Angeklagten freizusprechen hat", sagte Richterin Beatrix Pöppinghaus. Sie begründete den Schuldspruch damit, dass der Zeuge glaubhafte Angaben gemacht habe und auch in seiner Person glaubwürdig gewesen sei.

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