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Zwei Jahre Schweden

LÜNEN Eigentlich wollte die Lünerin Mareike Neumann nur ein Semester lang in Schweden leben und studieren. Doch dann hat sie die Liebe zum Land von Astrid Lindgren und Kronprinzessin Victoria entdeckt - sie beendet ihr Studium dort.

Zwei Jahre Schweden

<p>Mareike Neumann vor der Universität Lund. Sie hat sich zum Studium in Schweden entschlossen.</p>

Über ihre Gründe schreibt sie: "Ein Semester Schweden. Zwei Jahre Schweden? Für immer Schweden? Ob Pippi Langstrumpfs Heimat auch einmal meine Heimat wird, das kann ich noch nicht absehen. Sicher ist aber, dass ich im schwedischen Lund mein Studium beenden und somit für mindestens zwei Jahre hier wohnen werde.

Die Entscheidung fiel relativ schnell während meines Austauschsemesters im südschwedischen Växjö. Die Betreuungssituation ist mit einer Massen-Uni wie Bochum einfach kaum vergleichbar. Weitaus kleinere Kurse, daher eine intensivere, aber auch freundschaftliche Arbeitsatmosphäre und die Dozenten kennen einen sogar mit Namen.

30 Studenten sind in meinem Semester, mit denen ich die ganzen zwei Jahre zusammenarbeiten werde. Eine klassenähnliche Atmosphäre also, bei der man nicht einfach untergehen kann, da sich jeder kennt.

Meine Entscheidung wurde außerdem durch die große Internationalität, die an schwedischen Unis und gerade auch in Lund zu finden ist, bestärkt. Es kann passieren, dass ich innerhalb von zehn Minuten drei verschiedene Sprachen hier spreche mit Menschen aus zehn verschiedenen Ländern.

Andere Perspektive

Es ist wirklich interessant, Denkweisen, die für mich vorher ganz eindeutig waren, einmal aus anderen Perspektiven zu hören - egal ob es sich um hoch komplexe Themen wie die Menschenrechte oder Kulturunterschiede beim Geschirr-Abwasch handelt.

Aber auch allein die Schweden mit ihrer freundlichen und weltoffenen Art sowie ihrer Betonung von Gleichheit, haben mich wieder hergelockt. Neben diesen eher idealistischen Aspekten, gab es für mich aber auch noch andere Beweggründe, Deutschland zu verlassen, wie z.B. Studiengebühren oder auch die allgemeine Studenten-Panik, später keine Stelle zu finden.

Eine neue Chance

Schweden bietet mir keine Optimallösung, da auch hier die Arbeitsmarktsituation nicht bestens ist. Vor allem bin ich nun Migrantin, was sich an typischen Merkmalen wie meiner Aussprache oder meinem Namen bemerkbar macht.

Sicherlich ist es für eine Inga Andersson leichter sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen, aber für mich es ist einfach eine neue Chance. Und vielleicht ergeben sich in zwei Jahren auch ganz andere Möglichkeiten in Deutschland. Schließlich habe ich es nicht verlassen, weil ich es hasse, sondern weil ich nach neuen Möglichkeiten gesucht habe."

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