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Ein Streichholz löste Katastrophe aus

OLFEN "Ich sagte ihm, er möge auch das dritte Reibzündhölzchen aus probieren. Dieses fing aber, kaum über das Holz gerieben, gleich Feuer. Wilming bekam Angst und warf es auf den Strohhaufen..."

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Auf diese Weise beschreibt der neunjährige Junge Theodor Abenath den Beginn einer großen Katastrophe. Die Rede ist vom großen Brand in Olfen. Der Heimatverein bringt anlässlich des 150. Jahrestages am 31. August eine Dokumentation heraus. Das Zitat stammt aus einem Vernehmungs-Protokoll vom 10. September 1857, wenige Tage nach dem verheerenden Brand. Der Amtmann Srietholt und der "Hülfspolizeidiener". Schnieders hatten die Kinder verhört, die den Brand beim Spielen ausgelöst hatten. Das Protokoll ist ein Bestandteil der 43 Seiten langen Schrift. Bernhard Wilms und Hans-Peter Dördelmann machten sich die Mühe, im Archiv der Stadt Olfen in alten Dokumenten zu recherchieren. "Ich habe getippt und er hat im Archiv gewühlt", erklärt Dördelmann, der für die Technik zuständig war.

Viel Arbeit

"Naja, da steckt schon Arbeit dahinter", bestätigt Bernhard Wilms. Sowohl die Originale in Sütterlinhandschrift als auch die abgetippten Texte werden veröffentlicht. Auch die Zeit nach dem Unglück wird in dem Band ausführlich dokumentiert. Per "Schellenschlag" gab der "Hülfspolizeidiener" etwa folgendes bekannt: "Die Besitzer der abgebrannten Häuser in hiesiger Stadt werden hierdurch aufmerksam gemacht, dass der Wiederaufbau der abgebrannten Häuser vorläufig und bis die Königliche Regierung über die Art und Weise der Bildung der neuen Straßen oder Beibehaltung und Richtung der seitherigen Straßen entschieden hat, noch nicht stattfinden darf." Diese Bekanntmachung war nötig, weil die Regierung plante, den Brand zu nutzen, um die Straßen breiter zu machen. Noch heute kann man das in Olfen beobachten: Die Funnenkampstraße ist deutlich schmaler, weil die Häuser vom Feuer verschont blieben.

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