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Investor plant in Olfen 60 Wohnungen

Bauvorhaben an der Ächterheide

Der Immobilienmarkt in Olfen steht vor einem Einschnitt. Künftig sollen auch die Menschen fündig werden, die eine kleine (Eigentums-)Wohnung suchen. Eilig dürfen es die Interessenten allerdings nicht haben.

Olfen

von Thomas Aschwer

, 08.06.2018
Investor plant in Olfen 60 Wohnungen

Auf der Fläche zwischen Kökelsumer Straße und der Straße Ächterheide sollen rund 60 Wohnungen entstehen. Foto: Aschwer

Das Gras auf der rund 7500 Quadratmeter großen Fläche an der Ecke Kökelsumer Straße/Ächterheide ist zwar seit geraumer Zeit nicht mehr geschnitten worden. Das bedeutet aber nicht, dass über das 2016 vorgestellte Projekt im sprichwörtlichen Sinn Gras gewachsen ist. Dazu Fragen und Antworten.

Wem gehörte die große unbebaute Fläche am Rande des Neubaugebietes?

Das Grundstück befand sich im Besitz der Stadt, ist mittlerweile nach intensiven Beratungen mit der Unternehmengruppe Plan80 GmbH mit Hauptsitz Berlin verkauft worden. Realisieren wird das Olfener Projekt jedoch eine eigens gegründete Firma.

Was plant das Unternehmen auf der Fläche?

„Wir wollen auf dem Gelände in mehreren Bauabschnitten rund 60 Wohnungen in Größen vornehmlich zwischen 50 und 80 Quadratmeter errichten“, sagte Michael Kaminski – Geschäftsführender Gesellschafter der Plan80 GmbH – Freitag bei der Vorstellung im Olfener Rathaus. Damit wende sich das Unternehmen vor allem an die mittlere Bevölkerungsschicht.

Gibt einen gravierenden Unterschied bei diesem Projekt zu anderen Bauvorhaben von Investoren?

„Wir wollten deutlichen Einfluss auf die Gestaltung haben – und zwar deutlich über den Bebauungsplan hinaus“, sagt auf unsere Anfrage Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Deshalb sei auch der Gestaltungsbeirat in das Projekt eingebunden worden. „Einfach nur verkaufen, war uns zu wenig.“

Warum hat die Stadt die Fläche nicht an Interessenten verkauft, die auf der dringenden Suche nach einem Bauplatz für ein Einfamilienhaus sind?

Aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es einen großen Bedarf an kleinen Wohnungen. Dieser Aussage stimmt Michael Kaminski zu. Die Bereitschaft, im Alter flexibel zu sein und ein neues Wohnprojekt in Angriff zu nehmen, ist nach Einschätzung von Michael Kaminski in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Deshalb rechnet er mit einer starken Nachfrage.

Was bedeutet das konkret für das geplante Projekt?

Michael Kaminski geht davon aus, dass der überwiegende Teil der Wohnungen verkauft werde. Damit sei nicht gesagt, dass alle Eigentümer auch direkt hier einziehen. Vielmehr könnte es auch ein Vorgriff auf das Alter sein. Die Wohnungen seien ohne Ausnahme barrierefrei. Wichtig ist Kaminski auch, dass es nicht einen „großen Klotz“ gibt, sondern mehrere Gebäude. So soll auch sichergestellt werden, dass durch einen Haupteingang nicht zu viele Menschen ein- und ausgehen.


Gibt es schon konkrete Pläne für die Gestaltung?

Nein. Es sind zwar wichtige Fragen über Stadt und Gestaltungsbeirat festgezurrt, aber wie am Ende die Baukörper konkret aussehen, konnte Michael Kaminski Freitag nicht sagen. Auch Grundsatzentscheidungen wie etwa der Bau oder Verzicht einer Tiefgarage sind noch nicht getroffen. Kaminski bereitet das keine Sorgen. Der „Baubeginn für den ersten Abschnitt ist frühestens im März 2019.“ Das gesamte Projekte werde voraussichtlich in drei Abschnitten realisiert.

Wie viel Geld müssen Interessenten für den Kauf einer Wohnung in die Hand nehmen?

„Es wird keine Wohnung mit einem Quadratmeterpreis von unter 3000 Euro geben“, sagt auf unsere Anfrage am Freitag Michael Kaminski. Auf welche konkreten Summen sich die Interessenten einzustellen haben, müssten die weiteren Planungen zeigen. Konkrete Aussagen zu den Wohnungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Preisen soll es in ein Büro geben, das kurz vor dem Projektstart in der Olfener Innenstadt eröffnen soll.

Soll das Konzept mit relativ vielen Wohnungen auf einer eher kleineren Grundfläche eine Ausnahme in Olfen bleiben?

„Wir werden sehen, ob das Konzept in Olfen erfolgreich ist und danach entscheiden, wie wir die Erfahrungen auf künftige Baugebiete übertragen“, erklärte dazu Bürgermeister Sendermann. Aus seiner Sicht gibt es weiteren Bedarf für Wohnangebote neben dem „klassischen Einfamilienhaus“.


Beschreitet Olfen mit dem Konzept Neuland oder gibt es vergleichbare Ansätze in anderen Orten?

Neben anderen Immobiliengesellschaften ist auch die Plan80 GmbH in verschiedensten Städten wie etwa Herten oder Haltern aktiv, um kleine und zugleich barrierefreie Wohnungen zu errichten. Die Nachfrage sei derzeit sehr groß, sagt Michael Kaminski.

Nicht jeder Interessent für eine kleine und zugleich barrierefreie Wohnung will oder kann eine entsprechende Immobilie erwerben. Haben auch diese Interessenten eine Perspektive?

Kaminski und Sendermann gehen davon aus, dass die neuen Wohnungen im Baugebiet Ächterheide zum überwiegenden Teil verkauft werden. Wie viele Eigentümer sich anschließend für eine zwischenzeitliche Vermietung entscheiden werden, sei nur schwer abzuschätzen. Allerdings sieht auch die Stadtverwaltung den Bedarf für kleine Mietwohnungen. Auch hier gebe es Ansätze in der Stadt. Wilhelm Sendermann verwies auf die 15 Mietwohnungen, die derzeit in unmittelbarer Nähe zur Grundschule und damit mitten in der Stadt errichtet werden.

Wie kommen Interessenten frühzeitig an Informationen über Detail- und Terminplanung?

Noch gibt es kein Informationsmaterial oder einen Internetauftritt für das Projekt. Wer konkrete Fragen hat, wendet sich per Mail an den Geschäftsführenden Gesellschafter unter: michael.
kaminski@plan80.de. Allerdings dauert es noch, bis die Planung konkretisiert ist.

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