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Jugendliche randalieren in der Wetterhütte

OLFEN "Wie sieht's denn hier aus! Das ist ja Wahnsinn!" Eine Radfahrgruppe blickte entsetzt in die Wetterhütte an der Alten Fahrt, nahe dem Heimathaus. Eigentlich sollte hier eine Pause eingelegt werden. Geplant war ein gemütliches Picknick.

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Fritz Hatebuer säubert seit der Einweihung die Schutzhütte. Die Verschmutzungen und Beschädigungen haben deutlich zugenommen.

Fritz Hatebuer mag das erste Mal seit Bestehen der Hütte den Müll nicht mehr wegräumen.

"Da vergeht einem ja der Appetit", schüttelte Edeltraud Fischer aus Lüdinghausen fassungslos mit dem Kopf. "Sogar die Pfandflaschen sind nicht teuer genug", fügte Doris Becker mit Blick auf die kaputten Bierflaschen verständnislos hinzu. Und dieser Anblick bietet sich in den letzten Wochen immer wieder Radgruppen, die eigentlich die vom Heimatverein gebaute Schutzhütte für eine Rast nutzen wollen.

Fritz Hatebuer vom Heimatverein zuckte nur mit den Schultern. Er ist schon einiges gewohnt. Aber das, was ihm nun geboten wurde, das brachte dann doch das Fass zum überlaufen. "Mir reicht's!", platze er zurecht heraus.

Wände beschmiert, Rahmen angeflammt, überall Müll

Seit im Jahre 2004 die Wetterhütte vom Heimatverein gebaut wurde, war er jeden Tag, ob Sonn- oder Feiertag, sogar Weihnachten, immer zwischen sieben und acht Uhr zur Hütte rauf marschiert, um sie zu säubern. Dazu gehörte Staub wischen, fegen und den Müll entsorgen.

Anfangs habe die Pflege sogar Spaß gemacht, erzählte Fritz Hatebuer weiter. Aber im Laufe der Zeit gab es dann immer öfter irgendwelche Vorkommnisse.   Wände wurden mit Farben beschmiert,     Bänke und der Tisch sowie das Plexiglas der Hinweisschilder, die über die Alte Fahrt und die Geschichte Olfens berichten, beschädigt und sogar die Rahmen angeflammt. Immer wieder hatte der Heimatverein ausgebessert oder erneuert.

Spritzen, Zigarettenkippen und ein Jugendlicher im Koma

Dann gab es eine Zeit, in der er ständig Spritzen fand. Einmal hatte er sogar einen Jugendlichen in komaähnlichem Zustand vorgefunden. "Der musste von einem Krankenwagen abgeholt werden", schüttelte Fritz Hatebuer noch heute den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. Zu seinem Fundus gehören unter anderem auch fünf Kondome.    

Am Tag der Deutschen Einheit war das Ausmaß nicht mehr hinnehmbar. Kaputtes Glas, Getränkekartons, Papier, leere Chipstüten, Zigarettenkippen. Der Unrat verteilte sich in der ganzen Hütte.     "Seit diesem Jahr ist das so schlimm", erklärte Fritz Hatebuer und zeigte auf eine von sieben Kerben, die in die Bänke geschnitten wurden. "Das kann so nicht weiter gehen." Missmutig fügte er hinzu: "Heute ist es das erste Mal, dass ich hier nicht sauber gemacht habe." So ganz wohl fühlte er sich nicht dabei.

  

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Fritz Hatebuer säubert seit der Einweihung die Schutzhütte. Die Verschmutzungen und Beschädigungen haben deutlich zugenommen.

Fritz Hatebuer mag das erste Mal seit Bestehen der Hütte den Müll nicht mehr wegräumen.

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