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Kind zu Tode misshandelt: Olfener muss ins Gefängnis

Haftstrafe für Olfener

Der kleine Ilyas wurde nur drei Jahre alt. Er wurde so schwer misshandelt, dass er an den Folgen schwerster Kopfverletzungen verstarb. Der Täter war der Ex-Freund der Mutter. Jetzt muss der Mann aus Olfen ins Gefängnis.

Münster/Olfen

von Jörn Hartwich

, 19.06.2018
Kind zu Tode misshandelt: Olfener muss ins Gefängnis

Der 33-Jährige Olfener zum Auftakt der Verhandlungen. © Jörn Hartwich

Das Schwurgericht in Münster hat den 33-jährigen Mann aus Olfen am Dienstag zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt – wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Richter sind überzeugt, dass er den kleinen Jungen brutal vor den Kopf geschlagen hat – bis er das Bewusstsein verlor. Die Ärzte hatten später einen Schädelbruch und eine massive Hirnschwellung festgestellt. Es gab keine Rettung mehr.

Angeklagter sprach von „Überforderung“

Der Angeklagte hatte im Prozess zunächst von einem Sturz des Kindes, später von einer Panikreaktion gesprochen. Kurz vor dem Urteil hatte er sich direkt an seine Ex-Freundin gewandt und gesagt: „Ich kann mir selber nicht erklären, wie es passiert ist. Ich habe schwarz gesehen.“

Es war der 20. Januar 2016. Seine Ex-Freundin hatte Ilyas aus dem Kindergarten abgeholt, war dann von ihrem Wohnort Wulfen nach Olfen gefahren. Als sie gegen 22.20 Uhr noch einmal aufbrach, um in Datteln etwas zu Essen zu kaufen, ist es passiert.

Der Angeklagte war das erste Mal abends mit dem Jungen allein. Der Dreijährige wachte auf und begann zu schreien. Die Richter sprachen in der Urteilsbegründung von „Überforderung“. Er selbst hatte es vorher so formuliert: „Es sind Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Durch meinen Schock und meine Panik wusste ich nicht, was ich tat.“

Festgenommen wegen Fluchtgefahr

Die Staatsanwaltschaft hatte die massiven Misshandlungen als Totschlag bewertet. Weil der Angeklagte den Tod des Kindes in Kauf genommen habe. Genau das sahen die Richter am Ende jedoch anders.

Der Olfener habe schließlich versucht, das bewusstlose Kind wieder wach zu bekommen, indem er es kalt abgeduscht habe. Außerdem habe er die Mutter informiert. Das zeige, dass er den Tod des Jungen eben nicht gewollt habe.

Der 33-Jährige wurde direkt nach der Urteilsverkündung festgenommen. Begründung: Fluchtgefahr.

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