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Mit 75 Jahren "nur nicht so viel sitzen"

OLFEN Mit 75 Jahren ist für Hildegard Marczewski noch lang nicht Schluss. Das hat sie festgestellt, nachdem sie bereits zehn Jahre lang den Ruhestand genießen durfte. Aber in Wahrheit ist das Rentnerdasein gar kein Genuss für die vitale Olfenerin: "Nur zu Hause sitzen, das ist nichts für mich", sagt sie. "Ich muss unter Leuten sein".

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Davon sollten so 30 bis 40 am Wochenende in den Mägen der Besucher verschwinden: Hildegard Marczewski mit einem großen Grillschinken, aus dem sie viele leckere Portionen macht.

Einige hundert Brat- und Currywürste wollen Hildegard Marczewski (l.) und ihre Tochter Monika Röttger am Wochenende unter die Leute bringen.

"Hoffentlich bleibt das Wetter gut": Hildegard Marczewski blickt flehend zum Himmel. Denn bei gutem Wetter verkauft sie bestimmt ein paar hundert Portionen mehr.

Und deshalb hat sich Hildegard Marczewski mit 75 Jahren erneut selbstständig gemacht und nimmt nun das Gewerbe wieder auf, von dem sie sich vor einem Jahrzehnt eigentlich schon verabschiedet hatte. Und dieses Gewerbe ist die Gastronomie. Gleich mit zwei Ständen kehrt sie an diesem Wochenende beim Kanalfestival in Datteln auf die geschäftliche Bühne zurück: ein Stand mit Grillschinken und Sauerkraut sowie eine normale Imbissbude mit Pommes, Currywurst und allem, was sonst noch dazu gehört. Ihre Tochter ist dann mit von der Partie und einige weitere Helfer sind ebenfalls im Einsatz. "Denn beim Kanalfestival ist der Betrieb enorm", weiß Hildegard Marczewski aus Erfahrung. Dort hat sie die Besucher schon früher verwöhnt.

In Olfen auf dem Weihnachtsmarkt

In Olfen, wo sie seit 40 Jahren wohnt, will sie in rund vier Monaten beim Weihnachtsmarkt wieder präsent sein. Hier kennt sie fast jeder nur unter dem Namen "Hilde". Und im kommenden Jahr möchte die Unternehmerin dann wieder richtig durchstarten und ihren Grillschinken bei den diversen Reitturnieren im Münsterland verkaufen. Auch das hat sie früher schon mit Erfolg gemacht.

Berufliche Erfahrungen hat sie unter anderem auch schon im Seehof in ihrer Geburtsstadt Haltern und in Herten gesammelt. Beim Hertener Tennisclub war sie die Wirtin in der Vereinsgaststätte und kam dort mit allerlei Prominenz in Kontakt, wie sie sich erinnert: "Da waren unter anderem Rudi Assauer, Werner Hansch und Olaf Thon dabei."

In den 70ern Bankräuber gestellt

Am Seehof in Haltern hat sie in den Siebziger Jahren sogar mal einen bewaffneten Bankräuber gestellt: "Der hatte die Sparkasse überfallen und kam dann mit der Tasche voll Geld zu mir rein, um zu telefonieren." Sie lenkte den Täter ab und rief die Polizei. Am Seeufer wurde der Räuber verhaftet. "Die Geldtasche stand noch bei mit. Die Pistole hat er in den See geworfen."

Ob sie diesen Mumm heute noch hätte, da ist sich Hildegard Marczewski nicht so ganz sicher. Aber fit für 12 bis 13 Stunden am Tag hinter ihrem Schinkenstand fühlt sie sich allemal noch. Wie sie das macht? "Ich laufe sehr oft, rund um Olfen." Ihr Motto: "Nur nicht so viel sitzen."

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Davon sollten so 30 bis 40 am Wochenende in den Mägen der Besucher verschwinden: Hildegard Marczewski mit einem großen Grillschinken, aus dem sie viele leckere Portionen macht.

Einige hundert Brat- und Currywürste wollen Hildegard Marczewski (l.) und ihre Tochter Monika Röttger am Wochenende unter die Leute bringen.

"Hoffentlich bleibt das Wetter gut": Hildegard Marczewski blickt flehend zum Himmel. Denn bei gutem Wetter verkauft sie bestimmt ein paar hundert Portionen mehr.

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