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Olfener Landwirte wollen Grund und Boden nicht hergeben

Hindernis beim Straßenbau der K8n

Was wird aus der K8n? Wenn es nach dem Olfener Landwirten geht, kommt die Umgehungsstraße gar nicht erst. Mit einem ziemlich deutlich formulierten Schreiben haben sie sich jetzt an Städte und Kreis gewandt.

Olfen

von Marie Rademacher

, 11.06.2018
Olfener Landwirte wollen Grund und Boden nicht hergeben

In diesem Bereich soll die K8n auf die Kökelsumer Straße treffen.wolters © Theo Wolters

Es sind ziemlich deutliche Worte, die die drei Olfener Landwirte Axel Ellertmann, Albert Schlüter und Johannes Korte zur vom Kreis Coesfeld geplanten Umgehungsstraße K8n finden. „Zu keinen Bedingungen“, so schreiben sie in einer Pressemittelung, seien sie bereit, ihren Grund und Boden für die neue Straße herzugeben. Der wäre (wir berichteten) allerdings für die vom Kreis favorisierte Streckenführung (Variante 1) notwendig. „Die Linienführung Variante 1 der geplanten K8n ist mit den Belangen unserer landwirtschaftlichen Betriebe nicht vereinbar“, sagen die Landwirte dennoch deutlich – und haben das nun auch in einem Schreiben an die Bürgermeister von Olfen und Lüdinghausen sowie an den Kreis Coesfeld formuliert. Sie weisen darin laut Pressemitteilung darauf hin, dass durch die geplante Trasse ihre Flächen so zerschnitten würden, dass eine wirtschaftliche Nutzung der entstehenden Restflächen stark eingeschränkt werde, da die großen Maschinen nicht sinnvoll auf Äckern mit vielen Winkeln und Ecken eingesetzt werden könnten. „Außerdem führt die geplante Straße direkt an ihren Hofstellen vorbei, sodass selbst bei einem Tausch oder Neukauf von anderen Flächen bis zum Ende aller Zeiten längere Wege für die Bewirtschaftung in Kauf genommen werden müssten“, so die Landwirte.

Früher Hinweis

Die Stadt Olfen hatte, auch das berichteten wir, bereits in ihrer Stellungnahme für die gemeinsame Ratssitzung mit dem Stadtrat der Stadt Lüdinghausen und dem zuständigen Ausschuss im April darauf hingewiesen, dass die von Lüdinghausen favorisierte Trassenführung direkt über die Äcker der Landwirte zu Schwierigkeiten bei der Beschaffung und Bereitstellung der Flächen kommen würde. „Und diese Einschätzung ist genau zutreffend“, so die drei Olfener Landwirte.

Kreis bleibt bei Fahrplan


Dass das Schreiben beim Kreis Coesfeld vorliegt, bestätigte Kreissprecher Christoph Hüsing am Montag auf Anfrage. Man hoffe dort, so sagte er weiter, trotz der ziemlich deutlichen Formulierungen der Olfener Landwirte immer noch, sich einig zu werden. „Wir hoffen, gemeinsam eine Lösung zu finden“, so Christoph Hüsing. Möglich wäre da beispielsweise eine Flurbereinigung – also ein freiwilliger Ausgleich von Flächen. Der Kreis werde noch mal auf die Landwirte zugehen und das Gespräch mit ihnen suchen.

Andere Konsequenzen zieht der Kreis aus dem Schreiben zunächst nicht: „Es bleibt bei dem geplanten Fahrplan“, sagt Christoph Hüsing. Für Donnerstag, 28. Juni, ab 18 Uhr ist eine Bürgerversammlung in der Olfener Stadthalle, Zur Geest, geplant, außerdem geht der K8n-Plan durch die verschiedenen Gremien beim Kreis. „Wir wollen weder der Bürgerschaft noch der Politik vorgreifen“, sagt Christoph Hüsing.

Grüne kritisieren

Dass die Planungen zur Umgehungsstraße die Olfener Bürger beschäftigen, zeigte sich jetzt auch auf einem Koordinierungs- und Vernetzungsstreffen, zu dem der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen hatte. „Der Einladung folgten engagierte Vertreter des Aktionsbündnisses gegen die K8n, Mitglieder des BUND sowie Vertreter der Grünen aus Haltern. ,Keine der Varianten ist hinnehmbar‘, waren sich alle Beteiligten einig“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Grünen. Und weiter: „Vor dem Hintergrund der nur gering ansteigenden Verkehrsbelastung erscheint der enorme finanzielle Aufwand, den die Kommunen Olfen und Lüdinghausen, der Kreis Coesfeld und das Land NRW aufbringen müssten, nicht gerechtfertigt.“