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Olfener Rat fällt Entscheidung gegen die geplante Umgehungsstraße K8n

Umgehungsstraße

Der Rat der Stadt Olfen hat die Planungen für die Umgehungsstraße K8n endgültig gestoppt. Diese Entscheidung gefällt nicht jedem.

Olfen

von Arndt Brede

, 11.07.2018
Olfener Rat fällt Entscheidung gegen die geplante Umgehungsstraße K8n

Bei zwei Gegenstimmen der FDP stimmte der Rat der Stadt Olfen dafür, Planungen für den Bau der K8n zu stoppen. © Arndt Brede

Die Entscheidung des Rates hatte sich bereits im Haupt-und Finanzausschuss abgezeichnet. Bei zwei Gegenstimmen der FDP votierte der Rat am Dienstagabend (10. Juli) nun dafür, dem Kreis Coesfeld mitzuteilen, dass das Straßenbauvorhaben durch den Kreis nicht weiter verfolgt werden soll.

Stadt sieht keinen Bedarf an weiterer Verbindung

Die Begründung lieferte Bürgermeister Wilhelm Sendermann in der Sitzung: „Die aktualisierten Gutachten aus dem Frühjahr 2018 waren überraschend, dass die Entlastungswirkungen ganz erheblich anders gesehen werden als sie noch 2008 angenommen waren. Nämlich erheblich niedriger, als bisher gedacht.“ Derzeit sehe die Stadt Olfen also keinen Bedarf an einer weiteren Straßenverbindung zwischen der K9 und der K8, also der K8n. „Das heißt, dass wir in dieser Generation an diesem Projekt nicht weiter festhalten.“

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Jedoch habe die Stadt Olfen im Flächennutzungsplan zur Flächensicherung für zukünftige Generationen eine dargestellte Vorbehaltsfläche für Straßenplanungen. „Ich danke den Fraktionen, dass wir das über die Jahre, fast Jahrzehnte sehr emotional gehandelte Thema jetzt hier in einer für mich sehr geordneten Art und Weise diskutieren“, sagte Sendermann. Jetzt aber sei die Zeit der politischen Entscheidung gekommen. Der Dank gelte dem Kreis Coesfeld für die Federführung der Planung der K8n.

Unterschiedliche Meinungen

Kritik gab es von Seiten der FDP. Unter anderem erklärte Fraktionschef Rainer Möllney: „Wir sind sehr überrascht über den Meinungswandel des Bürgermeisters und der CDU. Jahrelang ist recht deutlich gesagt worden, wie wichtig diese Straße zur Entlastung der Stadt Olfen ist. Dies gilt besonders für den Eckernkamp, Kökelsumer Straße mit der Füchtelner Mühle als Nadelöhr. Die FDP ist nach wie vor der Meinung, dass diese Straße dringend erforderlich – vor allem durch die Verlängerung der A 45 durch Waltrop und Datteln und mit Hinsicht auf den New Park – ist.“

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Für die CDU konterte Klaus Düllmann so: „Wir haben ja das aktualisierte Gutachten bekommen, was die Verkehrsströme angeht. Das zeigt unserer Meinung nach eindeutig, dass die K9n die Entlastungswirkung, die wir haben wollten, zum großen Teil herbeigeführt hat. Insbesondere ist der Schwerlast-Durchgangsverkehr raus aus der Stadt.“ Die zusätzliche Entlastungswirkung einer K8n, egal auf welcher Trasse, stehe in keinem Verhältnis zum Eingriff, den man in Natur und Raum vornehme, und zu den Kosten von gut zwölf Millionen Euro.
Markus Vieting erklärte für die SPD mit Blick auf die Kritik am Sinneswandel von Bürgermeister und CDU, wie sie Rainer Möllney dargelegt hatte: „Es ist ehrenwert, aufgrund aktueller und aktualisierter neuer Daten und Fakten alte Entscheidungen zu überdenken.“

Landrat respektiert Votum


Wie reagiert eigentlich der Kreis Coesfeld auf die Ratsentscheidung in Olfen? Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr erklärt auf Anfrage der Ruhr Nachrichten: „Seinerzeit sind wir auf Wunsch der Stadt Olfen aktiv geworden. Natürlich respektieren wir die Ratsentscheidung und werden keine Straße gegen den Willen der Stadt bauen. Deren Stellungnahme werden wir nun abwarten und auswerten. Nach der Sommerpause beschäftigen sich die Gremien des Kreistages dann abschließend mit dem Thema.“