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Eliot Fisk begeisterte im Schloss

RAESFELD Der Ausnahmegitarrist Eliot Fisk gastierte am Sonntagabend im ausverkauften Rittersaal von Schloss Raesfeld. Das Publikum war begeistert.

„Wir haben gerätselt, wann ich das erste Mal hier war. Es ist bestimmt 20 Jahre her“, begrüßte der amerikanische Ausnahmegitarrist Eliot Fisk sein Publikum auf Schloss Raesfeld. Das Konzert begann gleich mit einer Überraschung: Laut Programm sollten Stücke von Regino Sainz de la Maza den Sonntagabend eröffnen. „Es ist mir entgangen, dass, als ich das Programm verschickt habe, heute der Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart ist“, klärte Fisk auf und begann mit den „Mozart-Variationen Op. 9“, der wohl berühmtesten Komposition von Fernando Sor (1778-1839) mit Themen aus Mozarts Zauberflöte. „Das klinget so herrlich, das klinget so schön“, heißt es in Mozarts beliebtester Oper und gleiches galt auch für die sechs Saiten, die im Rittersaal erklangen. Kraftvolle Akkorde und bekannte Melodien stimmten das Publikum auf ein einmaliges Konzerterlebnis ein. Einfühlungsvermögen Die schnellen Läufe am Ende Stücks ließen schon einmal erahnen, was der Gitarren-Virtuose noch zum Besten geben würde. Es folgten vier Sonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757) und die Bearbeitung der Cello Suite in D-Dur von Johann Sebastian Bach (BWV 1012). Nach der Pause wurde das Programm etwas exotischer. Eliot Fisk spielte sechs Stücke des paraguayischen Komponisten und Gitarristen Agustín Barrios (1885-1944). Sein ausgezeichnetes Tremolospiel stellte Fisk gleich im ersten Stück „Sueno el la Floresta“ (Traum in Wald) unter Beweis. Der Meister überzeugte aber nicht nur technisch, sein außerordentliches Gespür für klangmalerische Elemente entführte das Publikum in einen weit entfernten Hain. Inspiriert Das letzte Stück dieses Programmpunktes, „Una limosna por el amor de Dios“ (Ein Almosen aus Gottesliebe), wurde von einem realen Erlebnis inspiriert. Der schon sehr kranke Barrios wurde kurz vor seinem Tod von einer alten Bettlerin besucht, die immer im selben Rhythmus an seine Tür klopfte und um Almosen bat. Dieser Rhythmus taucht bei Barrios als Bassbegleitung auf, über die er dann eine Tremolo-Melodie komponierte. Fisk trug dieses Stück mit größtem Einfühlungsvermögen vor, so dass die komponierte Dramatik und Schwermut der Szene lebendig wurden. Mit einem virtuosen Höhepunkt des Abends, drei Capricci von Nicolo Paganini, verabschiedete sich Fisk von einem begeistertem Publikum, dem der Abend noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. Es ist schon eine Besonderheit, einen Schüler des legendären Gitarristen Andrés Segovia (1893-1987) live erleben zu dürfen.

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